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Full text of "Beitrag zur Erklärung der Satiren des Horatius [microform]"

MA S TER 
NEGA TIVE 

NO. 93-81310 




MICROFILMED 1993 
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/NEW YORK 



as part of the 
"Foundations of Western Civilization Preservation Project" 



Funded by the 
NATIONAL ENDOWMENT FOR THE HUMANITIES 

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Columbia University Library 



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would involve violation of the Copyright law. 



AUTHOR: 



MEZGER, MORIZ 



TITLE: 



BEITRAG ZUR ERKLA 
RUNG DER SATIREN. 

PLACE: 

AUGSBURG 

DA TE : 

[1 866] 



COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DEPARTMENT 



Master Negative # 



BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARCFT 



Original Material as Filmed - Existing Bibliographie Record 



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Restrictions on Use: 



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LlezßGr, Lloriz, 

Boitrag zur erklarung der Satiren des Horatius; 
einladuncs-cclirift zu der an schlucce des Studien- 
jahres 1865/66 an der Künicüchen Gtudien-anstalt 
bei St. Anna in Augsburg stattfindenden feierli- 
chen preisevcrtheilung, verfasst von Dr. I'oriz 
Ilezcer... Auccburg, Pfeiffer, ^18G6-| 

21 p. 24 cn. 



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1100 Wayne Avenue, Suite 1100 
Silver Spring, Maryland 20910 

301/587-8202 




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MfiNUFfiCTURED TO fillM STfiNDflRDS 
BY APPLIED IMflGE» INC. 







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Beitrag zur Erklärung der Satiren 

des Horatius. 



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Eiiilaciiiii2:s - Solirift 



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zu der 



am Schlüsse des StudieDJahres 1865/66 



an der 



königlichen Studien-Anstalt bei St. Anna 

in Aug^sburg: 



verfasst von 



Dr. Moriz Hlezgr^r, 



k. Studienlehrer. 



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Augsburg. 

Druck der Ph. J. Pfeiffer'schen Buchdruckerei. 





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Horat. SerroTQ. I. 1. 88 — 91 : 

At si cognatos nullo natura labore 
Quos tibi dat retinere velis servareque amicos 
Infelix operam perdas: ut si quis asellum 
!n campo doceat parentem currere frenis. 

Mit den Worten „Salebrosus sane locus" leitet der grosse Bentley die Be- 
sprechung dieser Verse ein, in deren Verlaufe er sich noch einmal zu dem Ausrufe be- 
wogen sieht: „Vides, locum undique obäeptum esse; unde pedem aut proferre aut referre 
nullo modo poss.s!" Und dass die.e Verse wirklich mehr und grössere Schwie igk euTn 
bieten, als man beim ersten Blicke wohl zugeben mag, bestätigt schon die Verschiedenheit 
der handschriftlichen L esarten*) und die Mannigfaltigkeit der oft sehr geschra^f Imer 

*) Kirchner (Qu. Hör. Flacci sermni. libri duo edidit etc rec et ai.,.«r nv,f • + -^ r. ^. 
ner. Pars I. Lipsiae MDCCCLIV) ,M folgende Zusa^n^enstellunr^Än ^nd Sturen -^^^^ '" 

pleriqne, qninque ap. Conxb. ap. Orell. b. c d p M aH V Pott B J's r^^^ ^^^^^ 
Cruq. Edd. veteres saec. XV. o.nes tu. Aldinae /^ A!:e^^r Jel!' Z. wt Cr; ei 

An si cognatos - frenis? Mss. ex nostris Mon. 2. 4. Gig. l. duo Bland, ap. Cruq. quatuor ap 
Pulm. ap. Ton-, alq. un. ap. Talb. S. ap. Orell. Schol. Porph Edd Aid TT >,^"^'"°' ^P* 
Bentl. sq. Cun. San. Gesn. Bip. Zell. Jahn. Both. Orell. Bur Wdt " "'"^^ 

An SIC cogn. - amicos ? Ed. Val. ex msc. Sorb. sq. Azar. Fea Doer 

Ac SI cogn. duo mss. ap. Pott. Conj. Wolf. Ed. Heind. Praedic. 

Aut si cogn. conj. Henr. Steph. Diatr. V. 

Et si cogn. conj. Marcil. 

Atqui cogn. Ed. Baxter, ex ing. sq. Sandb. 

Non si cogn. conj. Markl. 

nullo, natura, labore. Sic dist. Dacer. Zurck. Franc. 

operam perdas. Mss. et edd. vulgo. 

perdes. Mss. ex nostris Dorv. 2.^Drd. 3. Gph. 1. (pendes.) singuli mss. ap. Pulm. Cruq. Feam. 
Urell. b. Ed. Mediol. 477. 










pretationsversuche älterer und neuerer Erklärer des venusinischen Dichters, welche gleich- 
wohl zu einem allseitig befriedigenden Resultate bis jetzt nicht geführt haben. Versuchen 
wir es, eine Skizze dieser Interpretationsversuche zu geben. 

Die Mehrzahl der Erklärer geht von der vorstehenden, durch die Autorität der 
meisten und besten Handschriften gestützten Lesung aus. Alle stimmen, wenn auch die 
einen campus im weiteren Sinne als „Blachfeld", die anderen, auf den horazischen Ge- 
brauch*) sich stützend, im engeren Sinne als „campus Martins" erklären, darin überein, 
dass der Sinn des Gleichnisses „ut si quis asellum — frenis" sei: „wie wenn Jemand dem 
Esel etwas seiner Natur zuwiderlaufendes lehren wollte". 

Nun aber beginnen die Differenzen. Während nämlich die einen, die Richtigkeit 
dieser Auffassung des Gleichnisses für unzweifelhaft haltend, es unterlassen, irgend etwas 
zur Begründung derselben hinzuzufügen, stellen andere, nicht ohne Widerspruch zu erfah- 
ren, die Behauptung auf, „asinum frenis parentem docere" sei Sprichwort, bleiben jedoch 
den Beweis des Gebrauches schuldig. Eine vermittelnde Stellung nimmt der Scholiast 
Porphyrion ein, der zwar sagt: Et hoc videlicet de asino proverbiale est, aber hinzu- 
setzt, quia infacetum et inurbanum erit, si putemus, illud ad praesens a poeta fictum esse. 

Noch weiter gehen die Ansichten der Interpreten in Bezug auf die Erklärung der 
beiden vorangehenden Verse, „at si quis — perdas" auseinander. Hier scheidet vorzugs- 
weise die Beantwortung der Frage, womit die Worte nullo labore zu verbinden seien, 
die Ausleger in zwei Heereslager. 

Die einen, den Scholiasten folgend und Bentley an der Spitze, beziehen diese 
Worte nach der einfachsten und natürlichsten Constructionsfolge auf quos natura tibi dat, 
indem sie entweder, wie es die Scholiasten und Bentley thun, aus tibi ein tuo zu nullo 
labore ergänzen, oder, wie Kirchner, diese Worte absolut, im Sinne von sponte, fassen 
und amicos sowohl mit dat als retinere velis als Object verbinden. Bei dieser Construc- 
tion ergibt sich dann zunächst folgender Sinn der Verse : „Aber wenn du die Verwandten, 
welche dir ohne dein Zuthun (oder „von selbst") die Natur zu Freunden gibt, als solche 
dir erhalten und bewahren willst, so wirst du. Unglücklicher, wohl umsonst dich bemühen". 



perdis. Msc. nost. Gtg. 2. un. ap. Cniq. duo ap. Oberlin. 

In campo. Mss. ex nostris Bern. a. Graev. (a 2. m.) Lips. 1. 2. (a 2. m.) Dess. 1. 3. Drd. 1. 3. 4. 

Mon. 1. 2. 5. Bas. 1. Gph. 1. 2. Gtg. 1. mss. ap. Lamb. Puhn. Torr, omnes. un. ap. Fabr. 

Edd. post Lamb. (qui restit.) fere omnes. 
In campum. Mss. ex nostris Graev. (a 1. m.) Lips. 3. Mon. 3. 4. Dess. 2. Drd. 2. Bas. 3. Gph. 

2. Gth. 2. Gtg. 2. alii ap. Bersm. Comb. Oberlin. Jaeck. Edd. ante Lamb, omnes, et Fabr. 

XyL Bas. 555. 80. Burm. 
patlentem currere. Conj. Marcil. 
♦) Odd. I. 8. 3. m. 1. 10. Epp. L 7. 58. A. P. 161. 



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Hiegegen lässt sich aber zweierlei einwenden. Erstlich, dass der Satz, schon für sich allein 
betrachtet, nur unter einer in den Worten des Dichters nicht ausdrücklich ausgesprochenen 
Voraussetzung richtig ist, dass der Geizige die rechten Mittel*), die zur Erhaltung der 
Freundschaft seiner Verwandten nothwendig sind, nicht anwendet. Warum er aber diese 
zumal wenn sie seiner Habsucht nicht hinderlich sind, vielleicht sogar seine« Besitz meh- 
ren (cf. Plaut. Miles glor. II. 1 LIII. 1.] V. 116 sqq.) nicht sollte anwenden können und 
wollen, ist bei dieser Autfassung der Stelle nicht ohne Weiteres klar. Zweitens dass wenn 
wir auch diese Voraussetzung als gegeben annehmen, das Gleichniss In einem wesentlichen 
Puncte nicht mehr passt. Denn, während der Versuch, die Verwandten als Freunde zu er 
halten, durch das zweckwidrige Handeln des Geizigen missglückt, scheitert nach der An- 
nahme der gleichen Interpreten der Versuch, den Esel zuzureiten, an der ün-^elehrigkeit 
des Esels, nicht an der Ungeschicklichkeit des Bereiters. Um diesen Einwerdun-^en zu 
entgehen, verwirft darum Bentley die Lesart At si und nimmt dafür, dem Scholiasten 
Porphyr ion folgend, An si - frenis? Dadurch gewinnt er im Anschlüsse an den voraus- 
gehenden, von ihm schon auf die Verwandten bezogenen, Gedanken: „Wunderst du dich 
dass du die Liebe deiner Verwandter, nicht besitzest, die du nicht zu verdienen suchst?" 
den weiteren: „Oder hältst du es gar überhaupt für ein vergebliches Bemühen, dir die 
Freundschaft der Verwandten, die doch die Katur schon zu deinen Freunden bestimmt hat 
zu erhalten, so vergeblich, wie das Bemühen dessen, der es versuchen wollte, dem Esel 
Eosskünste zu lehren, die seiner Natur zuwiderlaufen?' Diese Frage mu^s der Geizige 
selbstverständlich verneinen, da ihre Bejahung den Verwandten, die doch die natürlichen 
Freunde sind , die Fähigkeit zur Freundschaft abspräche , also einen inneren Widerspruch 
enthielte. Wird sie aber verneint, so trifft die Schuld, die Freundschaft der Verwandten 
nicht zu besitzen, nur den Geizigen. Fea liest an sie, bezieht sie auf das vorangehende 
„cum tu argento post omnia ponas" und schliesst die Frage nach amicos. Durch diese An- 
ordnung gewinnt der Gedanke folgende Fä'rbung: „Wunderst du dich, dass dir, der du 
Alles dem Gelde naclisetzest, Niemand Liebe zeigt, die du nicht verdienst? Oder hoffst du 
bei solchen Grundsätzen (wenigstens) die Freundschaft deiner Verwandten, welche die Na- 
tur dir ohne dein Zuthun zu Freunden gegeben hat, erhalten zu können? Auch das ist so 
vergebliche Mühe, wie wenn etc." Heindorf hilft sich in ähnlicher, wenn auch in Be- 
zug auf die Beseitigung der oben angedeuteten, im Gleichnisse liegenden Schwierigkeit 
weniger glücklichen Weise, indem er ac si statt at si setzt und, den Satz gleichfalls als 

•) Dass das Geld das alleinige Mittel, die Verwandten sich freundlich gesinnt zu erhalten, ist 
dayon kann wohl kerne Bede sein. Dass aber in andei-weitigen Bemühungen zu Gunsten anderer, welche 
mcht^ unmittelbar den eigenen Geldsack in Mitleidenschaft ziehen, der Geizige eher dienstfertig als &nl 
ist, dafür spricht, wie schon Kirchner bemerkt, die psychologische Erfahrun.^. 



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Frage an die vorhergehende durch Miraris eingeleitete anknüpfend, den Sinn und Zu- 
sammenhang so erklärt: „Kannst du, dem das Geld das Höchste ist, dich wundern, wenn 
dir Niemand (allgemein) eine unverdiente Liebe schenkt, und wenn (speciell), im Falle du 
dir die Blutsverwandten, die dir ohne dein Zuthun die Natur gibt (wir setzen hiezu „als 
Freunde"; denn ausserdem wäre quos natura tibi dat überflüssig, da es keine anderen 
cognati gibt, als die natürlichen), als Freunde erhalten willst, du dann ebenso umsonst 
dich bemühst, wie wenn Jemand dem Esel auf der Reitbahn die Künste des Pferdes leh- 
ren wollte?" Kirchner endlich behält die lectio vulgata bei, fasst aber das Ganze als 
Ironie und erreicht so im Wesentlichen das Nämliche, wie Bentley durch die eine Ver- 
neinung fordernde Frage. 

Damit dürften die Hauptrichtungen der Interpretationsversuche im einen Lager 
hinlänglich dargelegt sein; ein specielleres Eingehen verbietet uns der beschränkte Raum. 
Wenden wir uns nun zu dem anderen, bei dessen Besprechung wir uns kürzer fassen kön- 
nen, da die hier vertretene Ansicht heutzutage wohl keine Anhänger mehr hat. 

Die schon oben besprochene nur bedingte Richtigkeit des Satzes ,,si cognatos, 
quos tibi natura dat amicos, retinere velis, operam perdas" veranlasste Cruquius und 
andere nach ihm, „nullo labore" zu „retinere velis" zu beziehen, eine Construction, die Bent- 
ley als „jocularem horainum errorem" mit beissendem Spotte geisselte. Die Charybdis der 
nur bedingten Richtigkeit jenes Satzes war durch diese Verbindung allerdings glücklich 
vermieden, — denn, wenn der fortdauernde Besitz der von der Natur dem Menschen ge- 
schenkten Freundschaft der Verwandten an die Bedingung einer thatkräftigen Pflege der- 
selben geknüpft ist, so leuchtet ein, dass der, qni nullo labore amicos retinere vult, unbe- 
dingt derselben verlustig gehen muss; — dagegen führte der neue Constructionsversuch, 
welchen schon die Wortstellung als kaum zulässig erscheinen lässt, in die Scylla einer con- 
tradictio in adjecto, indem der Bedingungshauptsatz von einer vergeblich angewendeten 
Mühe spricht , von welcher der Bedingungsnebensatz behauptet , dass sie gar glicht ange- 
wendet worden ist. Abgesehen ferner von diesem nicht zu beseitigenden Widerspruche 
erhebt sich bei dieser Construction zu der schon oben erwähnten noch eine neue Schwie- 
rigkeit im Gleichnisse, indem der Geizige, der keine Mühe anwendet und desshalb seinen 
Zweck nicht erreicht, mit dem Bereiter verglichen wird, der trotz angewendeter Mühe 
keinen Erfolg sieht. Es ist desshalb wohl erklärlich, dass man bald die Hoffnung aufgab, 
auf diesem Interpretationswege zu einem befriedigenden Resultate zu gelangen, und selbst 
der geistreichen Diatribe F. A. Wolfs, der unter den Neueren noch einmal eine Lanze 
für diese Construction einlegte, gelang es nicht, ein mehr als vorübergehendes Interesse 
für dieselbe wieder zu erwecken. 

Kehren wir nun zu der ersterwähnten Interpretengruppe zurück l Es lässt sich 



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nicht läugnen, dass durch die Bemühungen dieser Gelehrten wenigstens ein ziemlich an- 
nehmbarer Sinn gewonnen worden ist. Gleichwohl bedünkt mich, dass man auch bei ihren 
Interpretationen sich nicht vollständig beruhigen kann. Denn um nicht von der gerade am 
Ende der Argumentation doppelt fühlbaren Breite zu reden, mit welcher der Gedanke: 
„Dein Geiz beraubt dich der Freunde" von Vers 80 an bis 90 in dreifacher Variation sich 
wiederholt, bleibt ein möglicher Einwand des Geizigen von ihnen völlig unberücksichtigt, ohne 
dessen Widerlegung der durch denique kräftig eingeleitete Schluss der Beweisführung in 
seiner Berechtigung und Wirkung wesentlich beeinträchtigt erscheint. Der Geizige kann ja 
seinem Censor zugeben, dass er nicht einmal in seinen Verwandten Freunde hat; er kann 
ferner zugeben, dass er in den Tagen der Krankheit und des Unglücks eine freundschaftliche 
Pflege und Fürsorge schmerzlich vermissen würde; - „aber", setzt er hiezu, „ich brauche 
sie ja jetzt nicht, solange es mir gut geht. Komme ich einmal in die von dir mir in 
Aussicht gestellten schlimmen Lagen, dann ist es ja immer noch Zeit, mir die Freund- 
schaft meiner Verwandten zu sichern". 

Doederlein, der ebenso feinfühlende, als scharfsinnige und geistreiche Ausleger 
vnd üebersetzer des Horaz, erkannte diese von seinen Vorgängern übersehene Schwierig- 
keit, beseitigte sie aber zugleich auf die einfachste Weise, indem er infelix, das als Zusatz 
zu „operam perdas" müssig steht, zu dem Vordersatze zog und so, indem er es zum Haupt- 
begriffe machte, den neuen Gedanken gewann: „Aber wenn du deine Blutsverwandten, 
welche dir die Natur ohne dein Bemühen zu Freunden gibt, erst in deinem Unglück 
(durch Wohlthaten) an dich fesseln willst (nachdem du sie in deinen guten Tagen durch 
Geiz dir entfremdet hast), dann bemühst du dich umsonst". 

Ein äusserst glücklicher Einfall, der gestattet, die handschriftlich api besten ver- 
tretene Lesart at si beizubehalten, ohne von dem, nur zu oft gebrauchten, immer etwas 
bedenklichen Mittel Gebrauch machen zu müssen, den Gedanken als xav' algiovscav gemeint 
zu fassen I 

Weniger glücklich und richtig scheint mir Doederlein's Auslegung des Gleich- 
nisses: „(Dann bemühst du dich ebenso umsonst), als wenn du den störrigen Esel wie 
ein lenksames Pferd dressiren wolltest. Denn lenksam sind Verwandte durch die Natur, 
störrisch werden sie durch Härte". Von einer harten Behandlung der Verwandten von 
Seite des Geizigen ist in den vorhergehenden Versen keine Rede; er thut nur nichts für 
sie, und diese Theilnahmlosigkeit reicht hin, das Erkalten der Freundschaft, die Gegen- 
seitigkeit voraussetzt, zu motiviren. Zudem muss die Vergleichung der Verwandten mit 
dem Esel in Bezug auf seine schlimmen Eigenschaften mehr als bedenklich erscheinen. 
Der lUnwand, dass die Alten in solchen Vergleichen weniger ängstlich waren, als die jetzige 
Generation, kann einer Reihe von Stellen alter Schriftsteller gegenüber, in welcher der 



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Esel wegen seiner schlimmen Eigenschaften geradezu im Schimpfwort gebraucht wird, 
diese Bedenken nicht beschwichtigen. 

Wir führen beispielsweise eine kleine Blumenlese solcher Stellen an: 

So sagt Cicero, or. in Pisonem 30, 73: Quid nunc te, asine, literas doceam. 
Non opus est verbis, sed fustibus. Und ad Attic. IV, 5: Scio, te voluisse, et me asi- 
num germanum fuisse. 
Plautus im Pseudolus I, 2, 4: 

Neque ego homines magis asinos unquam vidi, ita plagis costae callent. 

Terentius im Heautontim. V, 1,4: 

Quae sunt dicta in stulto, caudex, stipes, asinus, plumbeus: 

In illum nil potest, exuperat ejus stultitia haec omnia. 
Im Eunuchus III, 5, 49: 

Tum equidem istuc os tuum impudens videre nimium vellem, 

Qui esset Status, flabellulum teuere te asinum tautum. 
In den Adelphi V, 8, 12: 

— — — — Quid tu autem huic, asine, auscultas? , 

Juvenal. sat. IX, 92 (in obscönem Sinne): 

alium bipedem sibi quaerit a seil um. 

Apulejus im G. Buche der Metamorph, (p. 198)*) spricht von einer inepta et prorsus 
asinina cogitatio. Im 7. Buche (p. 224) heisst es: Videtis istum pigrum tardissi- 
mumque et nimis asinum. 
Varro im „Testament" sagt nach Gellius, noct. Att. III, 16,: Si quis unus filius plu- 
resve gignuntur, ii si erunt ovoi Xvqag, exheredes suntol 

Ich erinnere ferner an jenen Spott des P. Scipio Aemilianus Africanus 
minor vor Numantia über den unter ihm dienenden C. Metellus Caprarius: ,,si quin- 
tum pareret mater ejus, asinum fuisse parituram. Cic. de or. II, 66, 267. 

Pisander aus Acharnä, Archon eTtww/jtog des Jahres 414/13 hatte den Spott- 
namen 'OvoxCvS iog (cf. Schol. zu Arist. Aves 1555 und Theod. Kock's Anmerkung zu 
1559. Desgleichen Ar. Pax 394). 

Plinius nennt den Esel (bist nat. XXXV. 37) unter den Objecten, die dem 
Peiraiicus den Namen ^wnoYQcc^og eingetragen haben**). 



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*) Die Citate aus Apulejus hier und sonst sind nach der Ausgabe des Julianus Floridus in 
US. Delph. Paris. MDCLXXXVIII angeführt. 

**) Auch asinarii „Eselsbrüder" war eine beschimpfende Bezeichnung und zwar der Christen, cf. 
TertuU. »pol. 16, ad nationes 1, 11 und 14. Minuc. Fei. 28, 8. 



i 






Auch des Esels Halbbruder figurirt im Schimpfworte. So sagt Catull. 81 (83), 3- 
Mule, nihil sentis: etc. ^ ^' 

Juvenal XVI, 23: Dignum erit ergo 

Declamatoris mulino corde Vagelli 

Rnf. ■ '^'■•^tf "Z"'^';'''' """ <"« '^^«'^^"*' ^ehr blühte, musste unter dem schlimmen 
ß fe soner Pfleghnge leiden, und „arcadisch" hiess so viel, wie „dumm". So les" 
bei Juvenal VII, 159: 

Nosse velint omnes, mercedem solvere nemo. 
Mercedem appellas? Quid enim scio? Culpa docentis 
Scihcet arguitur, quod laeva in parte mamillae 
Nil salit Arcadico juveni sqq 

InterpretatitLSrlY"""""' *"" ''' ^-'^"^^^«^^«" ^«s Vergleiches bei Jener 

and.. Jn'".«""' "'"■ "'"" ''^''' ''°^''"'^"' ^''' J^ Horatius sich selbst an einer 
nderen Stelle (Sermm. I, 9, 20) auch n.it dem Esel vergleicht, so ist erstlich zu e L rn 

dass e.n grosser Unterschied ist, ob n>an etwas von sich, oder von anderen aua! ztt 
ens, dass der Esel, mit welchem sich der Dichter vergleicht, nicht das träge, M 

ver^ddeTT :;'"''""'"' ^"■"'^^" ''' be.lagenswerthe Lastthier is.'dlm e"t: 
verstand des Treibers eme seme Kräfte übersteigende Last auferlegt hat. Auch das edle" 
Bo wurde unter den gleichen Verhältnissen wohl ini,uae mentis werden n'de 
Uhren hangen lassen*). 

^*« ^'f if "t der Annahme ferner, „asinum frenis parentem currere docere" sei 

doTDo'ed 7 V "'"=" '" ''"^'^'^•' "■» ^'^'«^ --"""'-- -«'•"«. von der e 
m hin d e ir fT 'T' ""''■ '•^' ^''" Porphyrion, auf dessen Autori- 
tät hm d,e spateren Erklarer diese, bei ihm übrigens nur auf einem Schlüsse e contrario 
beruhende Be auptung aufgehellt zu haben scheinen, noch irgend einer nach ihrdurch 
Zeugnisse der Alten belegt und schon Heindorf desshalb mft Recht angezweifdt der 
gegen Baxter anführt, dass „>o. «, ..,,w „Jeht vorkomme, k ...,W rl u!^ 2 

ZlT^'-'JuZ ."r"^^""*"' ™ ^""^ ''"'^^«" S'°"« S«*'^«'«:'" «erde-). Ich selbst 
habe gleichfalls be, der Leetüre der alten Classiker sorgfältig auf das Vorkommen jene 
Sprichwortes geachtet, aber weder bei ihnen, noch bei den alten und neueren SprichTr! 

Dummheit Sollte Hb, p7„i„ ""^ " , , "° "'"' "" "■ gl"»pfiichster Weise, nie als Symbol der 
tiurda V„11„ Fll: " m^^^^ -J- ü"-*-»-!« -'ä='»ke„, Z Hör ! 

n. XI. 37 (50) und E asm" Adäg V i 7 dt m ^"^^f" ™™"''™ '"'"^' "' P""' >- 

„, Vi, . ,. ' ^^"^ """^ ^^i '*^«' stumpf., ableitet. 

) biehe Anhang. 



tersammlern dasselbe oder ein ihm ähnliches entdecken können. Was ich sonst von Sprich- 
wörtern, die den Esel betreffen, gefunden habe, ist im Anhange zusammengestellt. 

Bei diesem Sachverhalte dürfte es schwer sein, die Doederlein'sche Auslegung 
des Gleichnisses aufrecht zu erhalten, ohne zugleich auf den Dichter den berechtigten Vor- 
wurf der Inurbanität zu laden. 

Sollte sich aber das Gleichniss mit Vermeidung dieser Schwierigkeit nicht noch 
anders erklären lassen? Ich glaube: Ja! 

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal den für die Worte „At si — perdas" ge- 
wonnenen Gedanken: „Wenn du aber deine Blutsverwandten, welche dir die Natur ohne 
dein Bemühen zu Freunden gibt, erst in deinem Unglücke (d. h. dann, wann du ihre 
Freundschaft brauchst) an dich fesseln willst, dann bemühst du dich umsonst", — legen wir 
demgemäss beim Lesen des Verses 89 den Hauptton auf infelix, so werden wir in dem 
rhythmisch völlig gleichgebauten v. 90 unwillkürlich auf in camp o in gleicher Weise den 
Hauptton legen und schon durch diese, vielleicht nicht unabsichtliche Aeusserlichkeit auf 
die nach meiner Ansicht richtigere Auffassung des Gleichnisses hingewiesen: „ebenso 
wie wenn einer erst auf dem Marsfelde (d. h. dort, wo er das bereits zugerittene 
oder eingefahrene Thier nöthig hat) dem Esel lehren wollte, dem Zügel gehor- 
sam zu laufen". 

Einwendungen gegen die Concinnität dieses Gedankens mit dem vorhergehenden 
dürften wohl kaum zu fürchten sein; auch ist das Anstössige im Vergleiche der Verwand- 
ten mit dem Esel auf diese Weise vermieden. Aber der Nachweis wird sachlichen Be- 
denken gegenüber, die geltend gemacht werden können, geliefert werden müssen, dass das 
Alterthum ausser dem Esel, der als viel geplagtes und gequältes Lastthier*) „dem Badbe- 
sitzer das Wasser in die Bäder, dem Colon den Mist auf den Acker (Cato 10), Obst 
und Rüben, Kalk und Steine in das Gehöfte (Cato 11), PJ^hle in den Weingarten, Wein- 
schläuche an die Seehandelsplätze (Varro IL 6.), Wolle, Trauben und Gemüse auf den 
Markt (Verg. Georg. I, 273), Wellholz für die Küche (Apul. Met. VII), Jagdnetze auf die 
Jagd (Hör. ep. I. 18, 47), Schanzpfähle zu Belagerungen der Städte, trotz der strengen 
Verbote Gepäck, Geräthe und Lebensmittel der Soldaten (Caes. bell. civ. I, 81, Veget 
lU, 6, PoUux I, 10) zu schleppen hat"**), und der bei aller sehier Nützlichkeit durch die 
oftmals unverdiente, rohe***) und nachlässige Behandlung, die ihm zu Theil wurde, phy- 
sisch und psychisch — sit venia verbo — heruntergekommen und ein Gegenstand des 



Spottes*) geworden ist, so dass er geradezu als dedecus naturae (Phaedr. I, 21, li) be- 
zeichnet wird, noch einen Esel besserer Sorte kannte, welcher, wenn auch immerhin an 
Leistungsfähigkeit und Adel dem Pferde nachstehend , als Reit- und Fahrthier höherer 
Ordnung geschätzt und, wie jenes, vielfach gebraucht wurde. 

Man wende dagegen nicht ein , dass der üble Ruf, in welchem vorzugsweise der 
Esel, wie im Schimpfworte, so fast durchgehends im Sprichworte steht, die Annahme der 
Existenz einer edleren Rasse von vornherein absolut ausschliesse. 

Auch neben dem equus curulis, von dessen Ruhm der Circus erschallte, und den 
die Schriftsteller in gebundener und ungebundener Rede verherrlichten, und dem equus 
castrensis sprechen die Alten gleichwohl öfters von Pferden, welche zu den nämlichen nie- 
drigen Diensten, wie die Esel verwendet wurden und nahezu alle die schlimmen Eigen- 
schaften haben, die den Esel im Sprichwort und überhaupt in Verruf brachten. 

Wirft man dem Esel z. B. seine Trägheit vor, gestützt auf Marti al. XII, 36, 
13: Nulla est gloria praeterire asellos, oder Ovid. amm. II, 7, 15: 

Adspice, ut auritus miserandae sortis asellus 
Assiduo domitus verbere lentus eat. 
oder auf Stellen wie Phaedr. fabb. L 15, 7, Verg. Georg. I, 273 und die schon erwähnte 
Apul. VII. p. 224, so vergesse man nicht, dass Juven. VIII, 62 sqq. auch vom Pferde 
sagt : 

Sed venale pecus Coryphaei posteritas et 

Hirpini**), si rara jugo Victoria sedit, 

Nil ibi majorum respectus, gratia nulla 

Umbrarum : dominos pretiis mutare jubentur 

Exiguis, trito ducunt epirhedia collo 

Segnipedes dignique molam versare Nepotis. 
und denke ferner an jenen Vergleich in Petron. Satyr. 134: Mollis, debilis, lassus, tam- 
quam caballus in clivo und an jene Schilderung des abgetriebenen Karrengaules bei Apu- 
lejus (Met. IX. p. 280): Quales illi muli senes et cantherii debiles? circa praesepium 
capita demersi contruncabant moles palearum: cervice cariosa vulnerum putredine follican- 
tes nares languidas assiduo pulsu tussedinis hiulci, pectora copulae sparteae tritura con- 
tinua exulcerati, costas perpetua castigatione ossium tenus renudati, ungulas multijuga 



Ü 



*) Hör. Sermm. I. 9. 24. 
♦*) Cf. Magerstedt, die Viehzucht bei den Römern, III. p. 155 u. 159. 
•♦*) Hör. Epp. I. 20. 25. 



♦) Hör. Epp. II. 1. 199. 

**) Das letztere dieser beiden berühmten Rennpferde erwähnt auch Mart. III, 63, 12, aus welcher 
Stelle zugleich ersichtlich ist, wie grosses Gewicht man auch iniAlterthume dem pedigree edler Pferde 
beilegte. 

2 



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10 



n 



circumcursione in enorme vestigium porrecti, totumque corium veterna atque scabiosa ma- 

cie exasperati. 

Wollte man aus der Verwendung des Esels zu niederen Dienstleistungen seine 
Unfähigkeit zu Besserem überhaupt deduciren, so verdient dagegen andererseits Beachtung: 

Plaut. Capt. IV, 2, 33 sqq.: 

Tum piscatores, qui praebent populo pisces foetidos, 
Qui advehuntur quadrupedanti crucianti canterio sqq. 

Her. epp. I, 18, 36: 

_ aut olitoris aget mercede caballum. 

Plaut. Asinar. III, 3, 114 etc.: 

Nam jam calcari quadrupedem agitabo advorsum clivum 

Postea ad pistores dabo , ut ibi cruciere currens. 
Aus diesen und ähnlichen Stellen ist leicht ersichtlich, dass, wenn Hör. epp. I, 

14, 43 sagt: 

Optat ephippia bos piger, optat arare caballus. 
nicht der Ueberdruss an der ruhmreichen circensischen Thätigkeit, sondern die Mühselig- 
keiten des Kärnerdienstes dem Pferde diesen Wunsch auspressen. 

Zeigt nun diese, keineswegs erschöpfende, Zusammenstellung einerseits schon zur 
Genüge, dass es zu Rom, ohne dass dadurch der gute Kuf, in welchem das Pferd im All- 
gemehien stand, gelitten hätte, auch ebenso gering, wie der Esel gemeinhin, geschätzte und 
kläglich heruntergekommene Pferde so gut, als heutzutage, gab, so verbietet sie anderer- 
seits, die Behauptung des Vorhandenseins einer bessern und zu edlerem Gebrauche dienen- 
den Eselsart neben dem gemeinen Last- und Arbeitsesel trotz der zahlreichen üblen Nach- 
reden, welche die alte Literatur über den Esel aufweist, a limine abzuweisen. Ja, im Zu- 
sammenhalte mit jener Stelle des Juvenal (VIII, 62 sqq.), welche von Degeneration der 
Abkömmlinge sehr edler Pferde spricht, kann das Sprichwort: dito t(Zv ßgaSvaxtX^v oviav 
Xnnog wooraev*) nahezu als ein positives Argument für die ßildungsfähigkeit des Esels 

gelten. 

Ob solche veredelte Esel auch im Circus verwendet wurden, oder nicht, ist für 

die Erklärung unserer Stelle gleichgiltig. Denn, selbst wenn von Pferden die Rede wäre, 

zwänge nichts, bei den Worten in campocurrerean eine circensische Thätigkeit zu denken. 

Es war bekanntlich mit gewissen ausdrücklich bestimmten Ausnahmen verboten **), 

während der ersten 10 Tagesstunden in der Stadt Rom selbst mit Lastfuhrwerk und an- 



*) Cf. Anhang. 
•*) Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Rom'a, L p. 40. 



deren Wagen zu fahren. Auch in den übrigen Tagesstunden, für welche das Verbot nicht 
bestand, mochte das Fahren und Reiten in den engen, bei dem Ungeheuern Verkehre im- 
mer sehr frequenten Strassen der Stadt seine Schwierigkeit haben. Somit waren die Fahr- 
und Reitlustigen vorzugsweise auf die breiteren Strassen und freien Plätze des Marsfel- 
des angewiesen, wenn sie, sei es um sich zu üben, oder sei es, um die bereits erlangte 
Geschicklichkeit, sowie die kostbaren Wagen und Thiere zu zeigen, jener damals schon 
Mode gewordenen und zur Leidenschaft ausgearteten Liebhaberei für Fahr- und Reitkünste 
fröhnen wollten. Der von Friedländer, welcher den allgemeinen Gebrauch des Wagens 
zu Fahrten in Rom bei Privatpersonen erst im dritten Jahrhundert annehmen zu dürfen 
glaubt, angeführte Umstand*), dass erst spät, im Jahre 204 n. Chr., zum ersten Male ein 
solcher Gebrauch des Wagens in Rom von einem Schriftsteller ausdrücklich erwähnt wird, 
schliesst keineswegs aus, dass derselbe auch schon früher existirte; im Gegentheil scheint 
mir gerade das Aufstellen einzelner, üicht Arbeitsfuhrwerke betreffender Ausnahmen in 
dem obenerwähnten Verbote der tabula Heracleensis das Vorhandensein von Luxuswagen, 
welche von dem Verbote betroffen wurden, vorauszusetzen. Und sollte Juvenal VII, 178 sqq.: 

Balnea sexcentis et pluris porticus, in qua 

Gestetur dominus, quoties pluit: anne serenum 

Exspectet spargatque luto jumenta recenti? 

Hie potius, namque hie mundae nitet ungula mulae. 
im Zusammenhalte mit IV, 5: 

Quid refert igitur, quantis jumenta fatiget 
Porticibus? sqq. 
nicht auf solche hinweisen? Geritten aber wurde sicher auf dem Marsfelde, und ebenso 
ist unbestritten, dass der campus Martins der Schauplatz der öffentlichen Festzüge war. 
Ferner auch angenommen, dass vorbereitende Fahr- und Reitübungen im Circus 
vorgenommen wurden, so können diese selbst in Bezug auf die hauptsächlich zur Ver- 
wendung kommenden Pferde, geschweige bei den, jenen an Gelehrigkeit nachstehenden, 
also grössere Zeit zum Abrichten erfordernden Eseln oder Mauleseln — die Möglichkeit 
der Verwendung der beiden letzteren einstweilen vorausgesetzt -- wohl nicht mehr auf 
das eigentliche Zureiten und Einfahren von noch ganz ungeschulten Thieren, was „frenis 
parentem currere docere" bedeuten würde, sondern nur auf das specielle Trainiren dersel- 
ben zum Schnelllaufen sich erstreckt haben. Dafür spricht ausser der grossen Anzahl der 
für Rennzwecke immer vorhandenen Thiere der 4 Parteien und dem Umstände, dass der 
Circus sehr häufig auch für andere Volksbelustigungen , als Wettrennen , z. B. Faust- und 
Ringkämpfe, Wettläufe, Scheingefechte und andere militärische Schauspiele, das Trojaspiel 

*) Friedländer, Darstellungen etc. I. p. 42. 



^. 



12 

der Knaben aus edlen Geschlechtern etc.*) in Beschlag genommen war, ganz besonders 
eine Reihe von Stellen, in welchen ausdrücklich das Gewöhnen an den Zügel und das 
eigentliche Zureiten der Pferde den Pferdezüchtern zugewiesen wird. 

So sagt Varro de re rust. II, 7: Eademque causa ibi (sc. in equili) frenos 
suspendendum, ut equuli consuescant videre eorum faciem et e motu au- 
dire crepitus. Cum jam ad manus accedere consuerint, interdum impo- 
nere iis puerum, bis aut ter pronum in ventrem, postea sedentem. Haec fa- 
cere, cum sit trimus. Tum enim maxime crescere ac lacertosum fieri. Sunt, qui dicant, 
post annum et sex menses equulum domari posse, sed melius post trimum, a quo tempore 
farrago dari solet. Haec enim purgatio maxime necessaria equino pecori. Quod diebus 
decem facere oportet nee pati uUum alium cibum gustare. Ab undecimo usque ad quar- 
tum decimum dandum ordeum, quotidie adjiciens minutatim. Quod quarto die feceris, in 
eo decem diebus proximis manendum, ab eo tempore medioc riter exercendum et, 
cum sudarit, perunguendum oleo. Si frigus erit, in equili faciendus ignis. Gleich darauf 
macht Varro, ohne von einer Veränderung des Ortes gesprochen zu haben, 
den Zusatz: Equi, quod alii sunt ad rem militarem idonei, alii ad vecturam, alii ad amis- 
suram non item sunt spectandi atque habendi. Itaque peritus belli alios eligit, atque alit 
ac docet: aliter quadrigarius ac desultor. Neque idem, qui vectarios facere vult ad ephip- 
pium aut ad praedam sqq. In dieser Stelle ist zuerst von den allgemeinen Vorschriften 
der Aufzucht und Dressur die Rede, die für alle Gestüte gelten und die Fütterung, Stall- 
pflege und den Beginn der Dressur betreffen. Dann wird bemerkt, dass diese Unterwei- 
sung, je nachdem die Gestüte für Kriegszwecke, Rennzwecke etc. züchten, eine verschie- 
dene sei; specielle Vorschriften aber hierüber werden, weil nicht mehr rein landwirthschaft- 
licher Natur, nicht weiter gegeben. Dass aber auch diese Unterweisung für die speciellen 
practischen Zwecke auf den Gestüten selbst vorgenommen wurde, erhält dadurch seine Be- 
stätigung, dass Varro im unmittelbaren Anschluss an diese Stelle von der Castration der 
Pferde spricht, die wiederum zweifellos zu den Aufgaben der Gestüte gehört. 

Mit Varro übereinstimmend, aber mehr in's Einzelne gehend, sagt Verg. 
Georg. III. 182 sqq. von dem zukünftigen Kriegsrosse und Rennpferde: 

Primus equi labor est, animos atque arma videre 
Bellantum, lituosque pati, tractuque gementem 
Ferre rotam et stabulo frenos audire sonantis; 
Tum magis atque magis blandis gaudere magistri 
Laudibus et plausae sonitum cervicis amare. 



/ 






*) Cf. Friedländer, Darstellungen etc. IL p. 157. 



IB , 

Atque haec jam primo depulsus ab ubere raatris 

Audeat, inque vicem det mollibus ora capistris 

Invalid US etiamque tremens, etiam inscius aevi. 

At tribus exactis ubi quarta acceperit aetas, 

Carpere mox gyrum incipiat gradibusqüe sonare 

Compositis, sinuetque alterna Volumina crurum, 

Sitque laboranti similis; tum cursibus auras, 

Tum vocet, ac per aperta volans, ceu über habenis 

Aequora vix summa vestigia ponat arena; 

Qualis Hyperboreis sqq., 
und fährt dann nach dem Gleichnisse v. 202 fort: 

Hinc (d.h. nach hier durchgemachter Schule) vel ad Elei metas sqq. unterschei- 
det also ausdrücklich zwischen dem Orte der Unterweisung des Pferdes und dem Schau- 
platze der Thätigkeit des geschulten Pferdes. 

Horat. epp. I, 2, 64 stimmt gleichfalls in Bezug auf die Zeit und also indirect 
auch auf den Ort der Dressur damit überein: 

Fingit equum tenera docilem cervice magister 

Ire viam, qua monstret eques; 

cf. auch Ael. de n. a. XVI. 25. 

Columella de re rust. VI, 29 setzt als Zeitpunct für den Beginn der Dressur 
der Arbeitspferde das zurückgelegte zweite Jahr, derjenigen der zukünftigen Rennpferde 
das zurückgelegte dritte an mit dem ausdrücklichen Zusätze: sie tamen, ut post quartum 
demum annum labori committatur*), gleichfalls ohne zu berichten, dass diese Dressur ir 
gend anderswo, als im Gestüte, geschehe, wo wie bei uns das Pferd in der Re-el bis zu 
semer vollen körperlichen Ausbildung blieb. "^ 

In gleicher Weise beginnt, um vorgreifend dies gleich hier zu erwähnen auch 
die Dressur des Esels schon im Gestüte und zwar im dritten Jahre. (Varro de re rust 
II, 6: Tertio anno domare incipiunt ad eas res, ad quas quisque eos vult habere in usuV 
ebenso die des Maulesels (Varro II, 8: Hosce item ut equulos et educant et alunt sqq) 

Ist in dem bisher Erörterten der Nachweis geliefert worden, dass selbst bei den 
Pferden der durch frenis parentem currere docere bezeichnete Theil der Dressur nicht im 
Circus oder sonst auf dem campus Martins vorgenommen wurde, ferner, dass in gleicher 
Weise diese Dressur bei Eseln und Mauleseln noch den Gestüten zufällt, so wird im Fol- 

*) Im Circus kam das Pferd, nach Plinius h. n. VIII 42 fß^^ Ißo prcf «ooi, ^ j- x 
Jah^e ™. Terwendung also in eine» Alte,, i„ welche, e. d. L'!f ptnte:'erl''^ltltn oM 
gen Angaben längst gelernt haben musate. ^^^"^ °^^" 



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14 



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genden noch dargethan werden müssen , dass zu den Fahr- und Reitthieren höherer Ord- 
nung auch der Esel zu zählen ist. 

Den nächsten Anhaltspunct für diesen Nachweis bietet schon ein Blick auf die 
für Esel üblichen Kaufpreise. Der Verkauf des Lucischen Esels bei Lucian wird einmal 
(Lucian. Luc. 46) mit 25 attischen Drachmen = 6 Thlr 16,5 Sgr.*), ein anderes Mal 
(Lucian. Luc. 35) mit 30 Drachmen = 7 Thlr. 25,8 Sgr. abgeschlossen. Bei den ver- 
schiedenen von A pul ejus angeführten Verkäufen schwanken die Preise zwischen 11 und 
24 Denaren, also zwischen 3 Thlr. 5,7 Sgr. und 6 Thlr. 28,8 Sgr. In diesen sämmtlichen 
Fällen sind die Preise wohl absichtlich ziemlich niedrig gegriffen, jedoch dürften im Ver- 
hältnisse zu den Preisen anderer Thiere die Verkaufswerthe besserer gewöhnlicher Last- 
und Arbeitsesel in der Regel kaum mehr als das Doppelte, höchstens Dreifache dieser 
Summen in Wirklichkeit betragen haben. 

Nun erwähnt aber Varro de r. r. II , 1, dass zu seiner Zeit ein Reatiner Esel 
um 60,000 Sestertien = 4350 Thlr. 13 Sgr.**), ein Viergespann Esel sogar um 400,000 
Sestertien = 29,003 Thlr., und wiederum II, 8, dass zu Reate einzelne Zuchtesel zu je 
300,000 und 400,000 Sestertien = 21,752 bis 29,003 Thlr. verkauft worden seien. Pli- 
nius nimmt keinen Anstand, die letztere Angabe zu wiederholen (h. n. VIII, 43 [68]) mit 
dem Zusätze: haud scio an omnium pretio animalium victo. Da beide Schriftsteller mit 
diesen Angaben die Rentabilität gewisser Gestüte überhaupt darzuthun suchen, so muss 
angenommen werden, dass diese Preise nur die höchsten unter hohen Preisen waren, aus- 
serdem beweisen sie nichts. Eine diese höheren Preise bestätigende weitere Angabe fin- 
den wir gegen den Schluss jenes Capitels des Plinius in den Worten: Quaestus ex iis 
(sc. asinis) opima praedia exsuperant. Notum est, in Celtiberia singulas quadringenta 
milia nummüm enixas, mularum maxime partu. Denn nehmen wir als Maximaldauer der 
Fruchtbarkeit der Eselin 26 Jahre (Plin. VIII, 43 (68): a trimatu ad trigesimum annum), 
als Intervall zwischen den Trächtigkeitsperioden nur 10 Tage an, so waren im günstigsten 
Falle von einer Eselin 25 Füllen zu erzielen***), deren durchschnittlicher Werth, ange- 
nommen, dass alle mulae gewesen wären, sich auf 116 Thlr. berechnen würde, ein Preis, 
der selbst den halbedler Pferdefohlen bei uns weit übersteigt f). Noch höher wird dieser 



•) Die Reductionen sind nach F. Hultsch, griechische und römische Metrologie, Berlin, 1862, 
vorgenommen. 

**) Da Plinius theil weise die gleichen Werthe anführt, so ist hier auf den vom Beginn der Kaiser- 
zeit an geltenden Goldcourant (Hultsch p. 313) reducirt. 

***) Dass die Eselin nicht leicht Zwillinge zur Welt bringt, berichten Ael. de a. n. X, 28, Plin. h. 

n. Vm , 43 (68). 

t) Einer meiner Freunde liess vor wenigen Jahren eine Anzahl halbjähriger, halbedler Pferdefohlen, 
Reit- u. Wagenschlag, zur Aufzucht in Hannover aufkaufen, deren Preise zwischen 5 und 15 Pistolen variirten. 



Durchschnittspreis, wenn, wie Plinius sagt, nur vorwiegend Mauleselinnen von diesen 
Eselinnen gezüchtet wurden; es sei denn, dass auch die 'Esel einen annähernd hohen 
Preis galten. Dabei wollen wir ganz davon absehen, dass nach Plin. VIII, 44 (69) und 
Colum. d. r. r. VI, 37 die von einem Pferdehengste und einer Eselin erzeugten Maulesel 
den von einem Eselshengste und einer Pferdestute entstandenen Maulthieren an Wtrth 
und Güte nachstanden, letztere also noch theuerer gewesen sein müssen. Man beachte fer- 
ner, dass Varro in den beiden angeführten Stellen unterscheidet zwischen Zuchteseln, 
die begreiflicherweise höher im Preise standen, und solchen, bei welchen diese Verwen- 
dung nicht bemerkt ist und welche gleichwohl 60,000 und 100,000 Sestertien kosteten. Wo 
in aller Welt werden solche Preise für Arbeitsthiere von der Leistungsfähigkeit der ge- 
wöhnlichen Esel, und seien es auch die schönsten Zuchtthiere, gezahlt! 

Rechtfertigt deshalb schon die eben besprochene ungeheuere Difl'erenz in den 
Preisen die Annahme zweier in ihrer Qualität sehr verschiedenen Eselsarten, eines ge- 
wöhnlichen, vorzugsweise zu landwirthschaftlichen Zwecken verwendeten, wohlfeilen Last- 
esels, wie er auch bei uns noch gezüchtet und verwendet wird, und eines durch seine Lei- 
stungen weit über jenem stehenden, ungleich edleren Esels, so ist die varronische Notiz 
(de r. r. II, 1) „et unae quadrigae Pomae constiteriut quadringentis millibus" noch ausser- 
dem dadurch von ungemeiner Wichtigkeit, dass sie einen bestimmten Anhaltspunct in Be- 
zug auf die Verwendung dieser letzteren Eselsart gibt. Quadrigen wurden bei Wett- 
rennen im Circus, bei öffentlichen Aufzügen, Triumphen, aber nicht zu landwirthschaft- 
lichen Zwecken oder sonst im gewöhnlichen Leben gebraucht*). Folglich ist jenes Esels- 
viergespann, dessen enormer Preis sowohl auf seine besondere Schönheit, als auf seine 
besondere Leistungsfähigkeit schliessen lässt, eben auch entweder bei den Wettrennen im 
Circus, oder bei dem Festgepränge öffentlicher Aufzüge, z. B. als Gespann eines Prunk- 
wagens verwendet worden. Möglich ist, dass sogar Horaz dasselbe gesehen hat; denn 
Varro, der seine Bücher über die Landwirthschaft im höchsten Lebensalter geschrieben 
hat, war Zeitgenosse des Horaz und bemerkt ausdrücklich, dass jene hohen Verkäufe 
zu seiner Zeit vorgekommen seien. 

Vielleicht wird man, da diese Stelle die einzige ist, in welcher von einem Esels- 
viergespanne die Bede ist, einwenden, dass hier die allgemeinere Bezeichnung „Esel" an- 
statt der richtigeren Speciesbezeichnung „Maulesel" gesetzt sei, und die Berechtigung 
dieser Verwechslung allenfalls mit der sprichwörtlichen Redensart ,,raulum de asino pin- 
gere" (Tertullian. adv. Valentin, c. 19) zu begründen suchen. Auch die äsopische Fabel 



*) Anthony Rieh, lUustrirtes Wörterbuch der röm. Alterthümer, p. 509, und Lübker's Real- 
lexikon s. V. quadrigae; Pauly, Realencyclopädie VI, 1, p. 345. 



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/. 



16 



vom Maulesel, der sich dem Pferde gleichstellte (157 ed. Halm), könnte angezogen 

werden. 

Für die Verwendung des Maulesels bei Wettrennen, z. B. am Feste des Con- 
sus*), oder sonst als sehr geschätztes Fahr- undReitthier gibt es allerdings ungleich zahl- 
reichere Belege**). 

Was würde aber dann im Wege stehen, die gleiche Verwechslung der verwandten 
Bezeichnungen auch zur Erklärung unserer horazischen Stelle anzunehmen? 

Ist jedoch asinus in der varronischen Stelle als unterschieden von mulus zu 
fassen, so ist dieser Stelle, zumal sie obendrein einem Zeitgenossen des Horaz angehört, 
vollgiltige Beweiskraft für unsere obige Folgerung nicht abzusprechen, und schon durch 
sie allein, da anders als im eigentlichen Sinne quadrigae hier doch unmöglich genom- 
men werden kann***), die von mir vorgeschlagene Interpretation jenes horazischen Gleich- 



*) Pauly, Realencyclopädie IT, p. 630. 
**) Dass Maulesel, mit silbernen Hufbeschlägen versehen, die kaiserlichen Wagen zogen, zeigt Sue- 
ton. Nero 30. (Auch Homer [Odyss. VI, 72], lässt den Wagen der Königstöchter von Maulthieren 
gezogen werden, und selbst Luna bei Nonnus [Dion. VH, 24, 4] fahrt mit einem Maulthiergespann. cf. 
Mag'erstedt HI, p. 174). Dass sie reichen Herren zu Spazierfahrten dienten, beweisen ausser den schon 
früher angeführten beiden Stellen des Juven.IV, 5 sqq. und VII, 178 sqq.; auch Martial. VIII, 61, 8 sqq.: 

Vehimurque mulis non, ut ante, conductis. 
Quid imprecabor, o Severe, liventi? 
Hoc opto mulas habeat et suburbanum. 
femer Martial. IX, 23, 13: 

Ut lutulenta liuat Tyrias mihi mula lacemas 
Et Massyleum virga gubemet equum. 
Dass selbst Zwergraauleselinnen (mulae pumilae) geritten wurden, beweist Mart. XIV, 197: 

His tibi de mulis non est timenda ruina: 
Altius in terra paene sedere soles. 
Dass sie bei Reisen und zu Fahrten überhaupt gebraucht wurden, ist ausser aus Hör. Serm. I, 
5, 47 und 6, 104, auch aus Phaedrus III, 6, 5 sqq. ersichtlich: 

Sed istum timeo, sella qui prima sedens 
Jugum flagello temperat lento meum 
Et ora frenis continet spumantibus. 
Bekannt ist ferner , dass auf den Post- und Haltstationen des rjjmischen Reiches ausser Pferden 
auch Maulesel und Esel (letztere beide bis Julian) zum Post- und Courierdienste bereit standen (den 
ausführlichen Nachweis hiefür bringt Pauly, Realencyclopädie V, p. 1945); bekannt endlich, dass in spä- 
terer Zeit, seit Severus, die Provincialstatthalter beim Antritte ihres Amtes unter anderem ausser zwei 
Pferden auch zwei Maulesel zur Ausstattung auf Staatskosten erhielten, welche, wie die Pferde, nach Ab- 
lauf der Amtszeit wieder abzuliefern waren. (Lamprid. in Alex. Sever. 42). Schliesslich sei noch 
daraufhingewiesen, dass auch in Olympia, im sogenannten Apenerennen, eine Zeitlang Maulthiergespanne 
zugelassen waren. Pindar. Ol. IV , V, VI. 

*♦*) Ausser an der besprochenen Stelle des Varro ist quadrigae nur noch einmal im eigentlichen 
Sinne von anderen Thieren, als Pferden, gebraucht und zwar Suet. Nero c. 11. Dort heisst es von 
Nero „commisitque (sc. in ludis Circensibus) etiam camelonim quadrigas". 



17 

nisses auch von sachlicher Seite aus gerechtfertigt und begründet. Nichts desto weniger 
will ich es nicht unterlassen, zur weiteren Stütze derselben noch einige Belege aus der 
alten Literatur beizubringen. 

Es ist eine bekannte Thatsache*), dass in trockenen und warmen, aromatische Fut- 
terkräuter hervorbringenden Ländern der Esel ein ganz anderes Thier ist, als bei uns, 
und dass sich dort bei gehöriger Pflege bald neben dem gewöhnlichen Esel eigene Rassen 
entwickeln, welche sich durch Schönheit, Kraft, Schnelligkeit und Gelehrigkeit auszeich- 
nen, fast nur zum Reiten gebraucht werden und in gebirgigen Gegenden vollends wegen 
ihres sehr sicheren Schrittes dem Pferde sogar vorgezogen werden. Hier sind natürlich 
nur die dies bestätigenden Zeugnisse des Alterthumes am Platze. Abgesehen nun von 
den zahlreichen Stellen des alten Testamentes, welche in Bezug auf die Esel der Hebräer 
und der mit ihnen in Berührung stehenden Völker dies berichten, sagt Herodot. IV, 
r?9, dass die Perser Reiterei auf Eseln im Kriege gegen die auf Pferden berittenen 
Scythen mit Erfolg verwendeten, und VII, 86, dass die Streitwagen der Inder mit Pferden 
und wilden Eseln bespannt waren**). Strabo XV, 2, 14 (727) erwähnt den Gebrauch 
des Esels zu kriegerischen Zwecken bei den Karmaniern. Beachtenswerth ist ferner auch 
in Bezug auf den Gebrauch des Esels im Kriege Aelian. XH, 34: :2aQax6QOL Se ovve 
dx^ocfÖQOvg ovre aXovvtaq sxov(fb Tovg ovovg, aUä TioXenKStdg' xal an avxm> ye tovg 
tvonXCovg xivdvvovg vTiofibrovcfiv, cocfTieQovv ot "EUr^vsg ml tmp 'lttttcov, und in Bezug auf 
seine Schnelligkeit XIV, 10: "Om Sa Magovcttot wWm dgafxeTv, naga ye nji; Tigcüvriv 
OQf^irlv elaiv o'iviaxoi, rj cog xai vrj JCa avgag uvog e^ßo^v elvai rj ntegov avvoxQrjfia og- 
vi^og' xtL, bei welch' letzterer Stelle allerdings nicht übersehen werden darf, dass im 
Folgenden auch der Mangel an Ausdauer im Laufen getadelt wird. Xenophon, Anab. I, 
5,2, spricht gleichfalls von den die Pferde an Schnelligkeit übertreffenden wilden Eseln 
und beschreibt ihre Jagd. (Vgl. auch Strabo VH, 4, 8. XH, 2, 9. XII, 6, 1)***). Auch 
in Griechenland widmete man der Eselszucht grosse Sorgfalt. Schon Theognis sagtl83sqq.: 

Kgiovg fxh xai ovovg dii^iqixsd^a , Kvgve^ xal Xnnovg 
BvfEvmg, xai tig ßovlexai s^ ciyaO^MV 

ßiqaBad^ai' yiifxai 6e xtX. 



**\ 



*) Er seh und Gruber, Allg. Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, I, 36. Theil, p. 147. 
*=) Von den indischen Eseln will Aelian. (d. n. a. IV, 52) in Erfahrung gebracht haben, dass 
sie ein Hörn auf der Stirne haben, und setzt hinzu; eial &k xai toxiozoi {oide ov fiöviov twv oyuiv (<),Xd 
xccl inntov xai i?/((pü)V xal vnäQXovtat fikv ^ov/^ jov d^öfiov , xani fiixga Ö£ iniu^wvvvvTui xai diüxeiy 
kxeivovg, tovto dij x6 noifjjixov, fierax^^elv rd ftxixv^a iariv. 

***) Die Aufzeichnungen über die Schnelligkeit des Onagers sind für den hier zu liefernden Nach- 
weis wegen seiner Verwendung zur Verbesserung der Rasse in den Gestüten Italien's und vermuthlich 
auch Griechenland's von Belang. 

3 



18 



Dass auch hier neben dem gewöhnlichen Esel, über dessen Handelswerth uns 
die oben erwähnten Luci an 'sehen Notizen einigen Aufschluss gaben, eine edlere Rasse 
existirte, erhellt aus den gleichfalls schon citirteu Stellen bei Varro (ausserdem auch aus 
II, 6) und Pliuius, in welchen neben den hohen Erträgnissen der Reatiner Eselsgestüte 
als ebenso bedeutend die der ar cadischen seminia genannt werden. 

Nach dieser Abschweifung in andere Länder kehren wir wieder zu Italien zurück. Hier 
wurde der Wildesel, dessen gute Eigenschaften als Läuferund dessen schöne Formen*) der 
practische Römer wohl zu schätzen wusste, bald zur Veredlung und Aufbesserung der ge- 
ringeren einheimischen Rasse verwendet. Schon Varro II, 6, 2 sagt, dass es leicht sei, 
ihn zu zähmen, aber unmöglich, einen zahmen Esel in einen wilden umzuschaflfen. Auch 
Plinius, h. n. VIII, 44 (69) spricht von einer Verwendung des Onager in italischen 
Eselsgestüten und bemerkt, dass von einem Wildesel und einer Stute Mauleselinnen fallen, 
die schnell laufen, sehr harte Füsse, einen eingezogenen Leib und einen unbändigen Muth 
haben; setzt aber dann hinzu: sed generator onagro et asina genitus omnis antecellet 
Dass ein admissarius letzterer Art auch der Erbe der Schnellfüssigkeit seines Vaters war, 
ohne die er zur Weiterzucht £'ch kaum besser geeignet hätte, als jener, leuchtet wohl von 
selbst ein**). Von solcher Abstammung nun mögen jene reatinischen Zuchtesel, desgleichen 
jenes Viergespann Esel, die Varro erwähnt, gewesen sein. 

War aber durch jene Kreuzung die dem gemeinen Esel anhaftende tarditas 
beseitigt, und hatte die so gezüchtete Rasse an Temperament, Gestalt und Grösse ge- 
wonnen, so empfahl sie sich, wenn auch dem Pferde immer noch an Adel und Schönheit 
nachstehend, für den Gebrauch neben dem Pferde besonders noch durch zwei Eigenschaf- 
ten. Erstlich war der Esel viel weniger Krankheiten unterworfen, als jenes, und dadurch 
ausdauernder (Colum. VlI, 1: tardius deficit, quam ullum aliud armentum; nam laboris 
et famis maxime patiens, raro morbis aflficitur); zweitens war es auch in Bezug auf Nah- 
rung genügsamer als jenes (Colum. VII, 1, exiguo et qualicunque pabulo contentus). 
Dadurch wird es erklärlich, dass auch der Esel neben dem Pferde zur Beförderung der 
Couriere und Eilwagen im Postdienste verwendet wurde. Wie schon erwähnt, schaffte sie 
erst Kaiser Julian im Postdienste wieder ab. Die hieher bezügliche Stelle in So er. 



*) Martial. XIII, 100 singt: 

Pulcher adest onager : mitti vepatio debet 
Dentis Erythraei: jam removete sinus. 
**) Vgl. Isidor. Hisp. XII, 1. Onagros quoque admissoa (sc. ab Anaa abnepote Esau) ob hoc ad 
asinas: et ipsum istiusmodi reperisse concubitum , ut velocissimi ex his asini nascerentur. Was hier von 
den Eseln der Hebräer gesagt ist, gilt wohl auch von denen der Römer, üeberdies sagt auch Colu- 
mella de r. r. VI, 37 von einem durch solche Kreuzung entstandenen Esel: patemam formam et mode- 
stiam, fortitudinem et celeritatem avitam refert. 



n 



Histor. eccles. III, 1 in fin. lautet: Quin etiam vecturam publicam ad necessarios usus ac- 
commodatam non amplius permulos, boves et asinos fieri permisit, sed in publicis ejus ge- 
neris negotiis obeundis equis solum utendi concessit facultatem *). 

Dass auch ausserdem der Esel die Stelle des Pferdes als Reitthier öfters vertrat, 
zeigt endlich Apul. Met. X, p. 335. Hier wird von Thyasus, welcher in Thessalien für 
Spiele, die er geben wollte, wilde Thiere und Gladiatoren zusammengekauft hatte, weiter 
berichtet: Jamque ex arbitrio dispositis coemptisque omnibus domuitionem parabat. Spre- 
tis luculentis illis suis vehiculis, ac posthabitis decoris rhedarum carpentis, quae partim 
contecta, partim revelata, frustra novissimis trahebantur consequiis: equis etiam Thessa- 
licis , quibus generosa suboles perhibet pretiosam dignitatem : me (sc. Lucium in asinum 
mutatum) phalereis aureis et fucatis ephippiis et purpureis tapetis et frenis argenteis et 
pictilibus baltheis et tintinnabulis perargutis exornatum ipse residens amantissime non- 
nunquam coraissimis affatur sermonibus. Atque inter alia pleraque summe se delectari 
profitebatur, quod haberet in me simul et convivam et vectorem **). 

Es ist nämlich durchaus kein Grund vorhanden, anzunehmen, dass die Stellver- 
tretung des Pferdes durch den Esel an dieser Stelle im Widerspruche mit der Wirklich- 
keit zum Zwecke der Parodie von Apulejus fingirt sei. Lucius büsst seine sinnlichen 
Verirrungen durch seine Verwandlung in einen Esel; seine Rückverwandlung tritt erst 



*) Gegen die Annahme, dass die hier erwähnten Esel zu gleichem Zwecke wie die Ochsen, die 
wahrscheinlich nur in sehr bergigen Gegenden zum Vorspannen dienten, benützt wurden, spricht eine 
Stelle aus Isid. Hisp. Etymologiar. 1. XII, 1, welche bestimmt in Bezug auf die Verwendung der Pferde 
und Esel einerseits und der Ochsen andererseits unterscheidet. Die Stelle heisst : Jumenta nomma inde 
traxerunt, quod nostrum laborem vel onus suo adjutorio subvectando vel arando juvent. Nam bos car- 
penta trahit et durissimas terrae glebas vomere vertit. Equus et asinus portant onera et hominum in 
gradiendo laborem temperant. ünde et jumenta appellantur ab eo, quod juvent homines: sunt enim 
magnarura virium animalia. Eadem quoque armenta, quod sint apta armis in hello , vel quod his in ar- 
mis utimur. Alii armenta tantum boves intelligunt ab araudo quasi aramenta. 

Wie man auch immer über die Richtigkeit dieser Etymologieen urtheilen ma^, so beweist 
diese Stelle des zwar der spätesten Zeit angehörigen, aber immerhin schätzbaren Compilators (cf. Bern- 
hardy, Grundriss der röm. Literatur, p. 669) jedenfalls, dass die Sphäre, in welcher der Esel bei den 
Römern zur Verwendung kam, mit der des Pferdes zusammenfällt und von der des Ochsen verschieden 
ist; sie beweist ferner, dass auch den Römern eine Verwendung des Esels zu kriegerischen Zwecken nicht 
vollständig fremd war, und kann in dieser Beziehung gleichfalls als ein directer Beleg unseres Nach- 
weises gelten. 

**) Der Esel wird auch immer als Reitthier des Silenus genannt, cf. Ovid. Fast. I, 399 sqq., III, 
749 sqq., de arte am. I, .544 sqq.; ferner wurde das Bild der phrygischen Göttin Cybele auf einem Esel 
herumgeführt, cf. Luci an. Luc. c. 35 und 37; Apulej. Metam. VIII, p. 260. In beiden Fällen ist aber 
wegen der Beziehungen dieser Gottheiten zum Wein- und Ackerbau wohl nur an den gewöhnlichen Last- 
und Arbeitsesel, wie ihn der Landwirth brauchte, zu denken und auf welchem er selbst gelegentlich vom 
Acker, und der Händler, wenn er in der Stadt seine Waaren abgesetzt hatte, gemüthlich nach Hause trabten. 



^ 



20 



21 



dann ein, wenn er zur Sühne seiner Schuld alle Verwendungsarten des Esels durchge- 
macht hat. Alles übrige aber, was A pul ejus von diesen Verwendungsarten erzählt, 
stimmt mit dem, was die alten Schriftsteller sonst über die Verwendung der wirklichen 
Esel berichten, vollkommen überein; selbst jener Schändlichkeit, welche Apulej us im 
Anschlüsse an obige Stelle schildert, geschieht auch anderwärts, z.B. Juvenal. VI, 334, 
Erwähnung. Warum sollten wir also nicht auch den asinus vector als eine Copie aus 
der Wirklichkeit ansehen, zumal da die Abweichung von dieser bezüglich des asinus con- 
viva vom Autor ausdrücklich (p. 330: neque enim tam stultus eram tamque vere asi- 
nus, ut dulcissimis illis relictis cibis — sc. porcorum, pullorum, piscium reliquiis, pani- 
bus, crustulis, lucuncjulis — coenarem asperrimum foenum) betont und erklärt wird?*) 

Manche der angeführten Stellen, und namentlich fast sämmtliche aus lateinischen 
Autoren, gehören nun allerdings erst der nachhorazischen, zum Theil sogar sehr später 
Zeit an; doch ist dies insoferne unerheblich, da die Hauptstelle für unseren Nachweis, 
jene Notiz von der quadriga asinorum von einem Zeitgenossen des Horaz herrührt, 
und somit, während durch letztere die Existenz und Verwendung einer veredelten Esels- 
rasse zu Horazens Zeit bereits erwiesen wurde, durch erstere nur der Beweis der All- 
gemeinheit einer solchen Verwendung überhaupt noch weiter zu liefern ist. 

Ebensowenig darf befremden, dass Varro nicht ausführlicher über die Verwen- 
dung dieser veredelten Esel handelt, während er über die der gewöhnlichen Lastesel II, 6 
ziemlich ins Einzelne gehende Angaben hat. Varro scheidet nämlich, wie ich oben schon 
angedeutet habe, in seinem Buche über Landwirthschaft mit systematischer Strenge allen 
fremdartigen oder bloss zufälligen Stoff aus **). Während nun die Züchtung beider Esels- 
arten, des gemeinen Arbeitsesels und des edleren Reitesels zur Aufgabe des Landwirthes 
gehört, fällt dagegen lediglich die spätere practische Verwendung des ersteren in den Be- 
reich der Landwirthschaft und musste darum specieller besprochen weiden; die spätere 
Verwendung aber des veredelten Esels liegt ausserhalb der landwirthschaftlichen Sphäre 
und berührt die Interessen des Landwirthes indirect nur dadurch, dass die gesteigerte 
Leistungsfähigkeit des Thieres dem Züchter beim Verkaufe epen erklecklichen Vortheil 
sichert. Deshalb erwähnte der Autor das Thier auch nur in dieser Beziehung. 

Nachdem ich nun in Vorstehendem zur Begründung der von mir vorgeschlagenen 
Interpretation des besprochenen horazischen Gleichnisses zu zeigen versucht habe. 



1) dass das frenis parentem currere docere nach den ausdrücklichen 
Zeugnissen der Alten zur Aufgabe der Gestüte gehört, somit bei keinem 
der zum Reiten oder Fahren benützten Thiere dieser Theil der Dressur 
im Circus, oder überhaupt auf dem Marsfelde, vorgenommen wurde; 

2) dass die enormen Differenzen in den überlieferten Eselspreisen, sowie die 
Erwähnung einer quadriga asinorum bei Varro zu der Annahme 
nöthigen, dass im Alterthume und speciell bei den Römern ausser dem 
gemeinen Arbeitsesel, der mannigfachste landwirthschaftliche Verwendung 
hatte, auch noch ein durch Kreuzung veredelter, zu den Reit- und Fahr- 
thieren höherer Ordnung zählender Esel im Gebrauch war; 

habe ich nur noch eine kurze Bemerkung beizufügen*). 

Horaz, der unter dem asellus in jener Stelle wohl einen solchen veredel- 
ten Esel, nicht einen gewöhnlichen Arbeitsesel verstand, hätte, ohne dadurch den Haupt- 
gedanken zu ändern, auch das Pferd im Glefthnisse gebrauchen können; er wählte aber 
den Esel, weil bei seinem, im Vergleiche mit dem Pferde immerhin störrischeren Na- 
turelle die Dressur die grössere Schwierigkeit bietet, also ein Unterlassen derselben zur 
rechten Zeit die Schwierigkeit verspäteter Dressurversuche um so mehr vergrössert. 

Das ist es, was ich in Bezug auf jene horazische Stelle der Beurtheilung com- 
petenterer Fachgeuossen vorlegen zu müssen geglaubt habe. 



•) Die von einigen Erklärern, z.B. von Kirchner (Des Hör. Satir. I. Thl., Stralsund 1829, p. 188) 
aufgestellte Behaui^tung, dass das Gebiss — frena — allein dem Ross und nicht dem Esel angehöre, er- 
heischt nach dem bisher Gesagten kaum noch besondere Widerlegung. Das Geschirr des Lastesels be- 
steht allerdings aus dem capistrum und dem hei ".i um. Allein, wie das capistrum auch bei Pfer- 
den angewendet wird, was aus Ovid. Met. X, 125: frenare ora capistris, Edict. Dioclet. p. 24 u. 25; 
„Capistrum equestre denariüm septuaginta, capistrum mulare octoginta .. " ersichtlich ist, und das hei ei um 
nach zu Herculanum aufgefundenen Gemälden auch den Pferden zukommt (Anthony Rieh, Illustrirtes 
Wörterbuch, p. 307), so bezeugt die Anwendung der frena bei Eseln Apul. Met. III, p. 100: „in asini 
faciem frenos rodebam", ferner die schon erwähnte Stelle X, p. 336, bei Maulthieren Phaedr. III, 6, 7. 



♦) Vom Esel gebraucht Apul ejus die Bezeichnung vector nach Met. VI, p. 220; vom Pferde 
I, p. 28, III, p. 95 und 96, VII , p. 206 und 208 ; ApoL p. 438; vom Pferde und Esel zugleich Met. 
VI, p. 196 und 198. 

**) Cl Bernhardy, Grundriss der röm. Literatur, 2te Bearbeitung, p. 653. 



i\ 



Anhang. 



Der Esel im griechischen und lateinischen Sprichworte. 

Vorbemerkung. Die Sprichwörter sind in dem nachfolgenden Verzeichnisse zunächst nach 
dem Casus, in welchem der Esel im Sprichworte vorkommt, gruppirt, innerhalb der einzelnen Gruppen 
aber nach dem Anfangsworte des Sprichwortes alphabetisch geordnet. Die griechischen Parömio- 
graphen habe ich nach dem Corpus paroemiographorum Graecorum von E. L. von Leutsch und F. W. 
Schneidewin (Göttingen 1839 u. 1851) citirt und die reichhaltigen Bemerkungen der beiden gelehrten 
Herausgeber vielfach benützt. Die Citate aus Suidas sind der kritischen Bearbeitung desselben von 
Gottfr. Bernhardy, die aus Erasmus der von Henricus Stephanus besorgten Ausgabe vom 
Jahre 1588, die aus Manutius der Florentiner Ausgabe vom Jahre 1575, die aus J. J. Grynaeus der 
Ausgabe von 1629 entnommen. Zu grösserer Ausführlichkeit in den Citaten hielt ich mich durch die Er- 
wägung verpflichtet, dass wohl nur einem kleineren Theile der ßerufsgenossen an den Gymnasien die 
einschlägige Literatur vollständig zur Hand sein wird. 



1. ^AXXa jLiip Abvxojp Xiysi, akXa dt Aavxwvog ovog g)^Qsi. 

Zenob. I, 74: Xkyetai fikv snl twv davfx^wvtog tolg tQyoig fovg Xoyovg naoexofitvcov. 
Aevxav yaq tig yewQyog fieXtrog daxovg ng tpoqfiovg sfißaXiov exof^u^ev 'AHva^e. KgMg 
ot'v ToTg (poQfioig sfißaXtov oSg vTieg xQi^mv oXiyov HgnQax^riüofjiEvog vtXog, IxofAi^e. Tov 
S^ovov TT&aovtog, ot jeXüJvai, ßorj^rjoat ßovXofievot, e/iad^ov, ort fitXi lo%l, xal dTt^vtyxavTO 
avto cö? dTsXtovTftov. • 

Diogenian. II, 21 (cod. Vind. I, 33), Greg. Cypr. (cod. Mosq.) I, 40, Apost. II, 46 
haben anstatt XBysi (pigsi, Apost. II, 35 anstatt ovog überdies vtog; sonst stimmen sie im We- 
sentlichen mit Zenob ins überein. Suidas erwähnt einen Komödiendichter Aevxwv aus der 
Zeit des peloponnesischen Krieges und zwei seiner Stücke ovog daxotpogog und (pqdtOQeg. Das 
vorstehende Sprichwort hat seinen Ursprung wohl aus jenem ovog daxocpoqog. cf. Bernhardy 
zu Suidas s. v. Abvx(ov. ann. crit. 

Erasm. II, 2, 86. Manut. p. 517. 



23 

2. AvTQwviog ovog. 

Diog. I. 26: enl twv fieydXwv xal dygicav xal dvEveqyif^^zmv. *Ev "Avtqoovi, ydq, wg 
(priGi ^tQBxQaviqg^ (xaydXot ovoi tyevovTO. 'Axagvixol ovoi: ettI twv avTcäv. 

cf. Diog. V, 36 b. KaXafiaqdSixog yddagog: Ircl ruiv (JLeydX(ov. tovovtoi ydg ot 



Exet OVOL 



Macar. II, 3. Suidas s. v. 'AvSgcüviog u. 'AvTQdÜveg. 
cf. Eustath. ad Hom. IL ß. 697. * 

, Erasm. II, 5, 68. Manut. p. 615. 

3. Asinus albus. 

Quintil. inst. or. VI, 3, 57: Junius Bassus, liomo imprimis dicax, asinus albus 
vocabatur*). 

4. Asinus asino et sus sui pulcher. 

Erasm. Adag. IV, 10, 64 sqq.: Alcimus apud Diogenem Laertium**) inter multa, 
quae colligit ex Piatonis philosophi et Epicharmi Comici scriptis, quibus persuadere cona- 
tur, philosophum a comicis multa fuisse suffuratum, et hos refert senarios: 

Oavi^iacfTov ovSev laiC fie rav^' ovtcd XeyEvv 

Kai dvSdvEiv avTom avtovg xal doxElv. 

KaXwg nE(fVxEvav. xal ydq -»J xvwv xvvC 

KdXXvavov Eivai (paCvEiaij xal ßovg ßot, 

"Ovog t'oVw xdXXidtov. vg de xw m. 

* •'4' 

Manut. p. 1229. 

5. Asinus asinum non prehendit 
Grynaeus, p. 651: de aemulatione, quae inter aequales est, cum quis alteri 
cedere negat, quia paris fuerit cum eo condicionis. Aehnlich ist das von Binder, thes. ad. 
p. 107 n. 982, angeführte: Est mirum bellum, quod asellus culpat asellum. Beide Sprichwörter 
sind neueren Ursprungs. 

6. Asinus balneatoris. 

Plufarch. tieqI r^g cpdojiXovuag c. V. §. 118: OvSev ev nddxiav w(tTtEQ ovog ßa- 
Xavmg, ^vXa xal (pgvyava xavaxofiL^MV , cceI xajivov xal TE^gag dmTiifiTtXdfjtEvog , Xovtgov öe 
firi fXETbXdov fiijÖE dXiag fir^SE xai^agtozrjTog. Erasm. IV, 4, 50. Man. p. 1089. 



*) Vielleicht ist balbus anstatt albus zu lesen, somit diese Bezeichnung ein auf einer unbe- 
deutenden Buchstabenänderung des Namens beruhendes Wortspiel. 

**) neglßiiov doy^c(Z(oy xal ano^&eyfiaKoyhlll. p. 74. A. (ed. Thom. Aldobrandini, London 1674). 



♦ 



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25 



.^i 



7. Asinus de Aesopi puteo. 

Tertull. adv. Marcionem 1. IV, 23. 

8, Asinus in luto. 

Plaut. Aulularia II, 2, 53: 

übi onus nequeam ferre pariter, jaceam ego asinus in luto. 

9, Asinus in rupem. 

Des. Erasm. IV, 1, 76: proverbium ölet quod scribit Q. Fl. Horatius in epistolis 
I, 20, 15: Qui male parentem in rupes protrusit asellum. 

Mannt, p. 1031, cf. Erasm. II, 5, 52, und Manut. p. 614. 

10. Asinus in tegulis. 
Patron, sat. 63. Von einer unerhörten Erscheinung. 

11. BccOiXsvs tj opog. 

Mant. prow. I, 34: riyovv vixwv ^' i^ttcofievog . ofioi'a t^' *H tglg e^ rj tQsTg xv- 
ßoL nXaxtüv Iv OeaiTr^Tip (c. III. p. 146 A)' 6 Se äfiagtiov (xai 6g äv del äfiaQtdvrj), xa&e- 
deltai, wCTiEQ yaalv (ot nalSeg) ot afpaigCCovreg, ovog' dg 6' äv TtSQLyevrjzaL dmfiaQtijTog ßa- 
üdsvg iqfAiav {ßaaiXevau r^fidov xai tnita^Bv ort äv ßovXetat änoxQivecrO^at). 

Das Sprichwort kömmt auch in der Form "Ovog xä&ov vor. (Vgl. auch Hör. epp. I, 
1, 59). Apost. XII, 83b: eni tijov Iv ngäy^atv iqTTcofxevcov. 

üeber die vier Arten jenes Ballspieles der Knaben gibt ausser Scholl. Plat. 358 
(Bekk.) und Eustath. ad Hom. Od. ^ pag. 1601, 46 Aufschluss Pj)llux On. IX, 106. 

12. Jlxf]v v^^§€t xccv ovog ddxfj xvva. 

Zenob. III, 20: ml tcöv Inl fiixQoTg (fvxo^avrovfjbbvcov. 

Diogen. IV, 17. (Cod. Vind.) II, 30. Greg. Cypr. (Cod. Mosq.) II, 78. 

Apost. VI, 11. Suidas s. v. 6ix7j. 

Erasm. I, 9, 98. Man. p. 366 (hiezu die Bemerk, v. H. Stephan, p. 1069). 



13, Illuc, quorsum asinus, caedit calcibus. 

Plaut. Poen. III, 3, 70. 
Binder, thes. add. n. 1378. 

14* uiicoi/ rriv rqCxct, ovog rov ßtov, 

Apost. X, 61: t^ iatoQing ij naQoi[iCa' (cf. Max. Tyrii diss. II, 3). KagxriSoviov 
(paai veavCav äyQ£vaai, Xtoita ägn h yäXaxxog xcd i^fisgcaffat tovtov Tragarofico XQocp^ xai 
%dv ^vfiov avTov l^sXelv Stairiß vo&ü), woTe eTii^slg uvim (foqriov rjXavrs dt dattog ovov 
SCxriv' äXXä dnixTHvup ye avtov KaQx^^orioL fiiatj(favT8g tijg nagavo^iiag , tag tvQavvov fiev 
t^ (pvaeij lönatriv de rg dvatv^iu. 

15. MixQÖg ovog dsl nwXog, 

Macar. V, 99: enl vcov did ßga^ocriva r^Xixiaz vttav del Xoyt^ofzevcov. 
Diogen. VI, 60 hat fiugog del 6 aog TttaXog- uud erklärt: enl xmv 6td ßQaxvrrjta 
riXixCag vsd^etv Xtyovtm'. Ebenso Apost. XI, 60 und Suidas. 

16. MvGiog ovog xartayiog tov vmrov. 

Mant. prow. II, 26: nagoifiia enl tü5v xvqtwv' ort ol Mvaol r^zot ot BovXyaqoi 
elxov ovovg xvgxovg' xovtcov ^gxev Evvofiog xai ÄgofiLog omviatv^g. Eustath. ad Hom. II. 
ß. 858 p. 364, 16; laxeov de, on nagoifiCa ex tov rotomov ei>vovg (pegetai avvTj' ocf^vv 
xaTfiywg, r^ovv xareaycog, wate Mvdiog ovog' ev Mvaia ydg (paai anavmvatov evgelv ovov 
dgd^iijv exovta xr^v oatpvv. 



17. 



Nux, asinusj mulier, nil recte faciunt, si verbera cessent. 

(Wohl neueren Ursprungs). 
Grynaeus, p. 484: 
Plut. lib. de instituendis mulieribus *) admonendis mulieribus ferulam adhibet. 
Asinis non opus est verbis, sed fustibus. Cic. in Pison. (30, 73). 
Ovid., Nux v. 2, inducit nucis arborera conquerentem, quod frequenter saxis feriatur. 



*) Grynaeus hat vemiuthlich die Stelle aus Plutarch's Schrift "Oit xai yvyatxa nuKfevzioy 
(Fragm. IV. ed. Wyttenbach, Tom. V. P. II. p. 132) im Auge: Tw Jcoviato rdpO^xa xai X^^y avy- 
xa&cegovac, wV f^v <feoy (xvTifxovsveiv züiy iy ofyta 7th]fifie).rj&ivr(oy , dXXd vov^eaiag nai&ixvs deo/uiyuy. 
Einer Deutung dieser Stelle im Sinne des Grynaeus widerspricht aber direct, was Plut arch in der 
Lebensbeschreibung des Cato c. 20 lobend von Cato berichtet: roy de jvTnoyra yafiez^y ij natda toic 
ayitatttTois eAcyey ie^oig n^oatjpEQety jus x^'(^"i- 



26 



27 



P 



V 



Tum (v. 15 sqq.) festiviter per occasionem moralem locura tractat, ostendens non esse mirum, 
si nucibus damno est sua fertilitas, qiium idem usu veiiiat in mulieribus. Nuces tarnen, etsi per- 
ticis decutiantur, copiosius proveniunt in proximnm annum, quam si decerperentur. 

Mit unwesentlicher Variation erwähnt das Sprichwort auch Binder, n. 2327. 

18. ^Opog äyst juvari^Qia. 

Diogeu. II. 98: tv toig fxvavriQioig b^ aaxtog txofAii^ov fittd tmv uvühv xaq ;f(>£iag. 
Jio xai ixaxondO-ovv ot ovot. 'Eni xiav ovv dva^iiog u ßaata^oviiov Xafißdvstai. '^Ofioia, 
FaX^ xQOxiaxov' xal, Ilid^rixog ev noQ(fVQa. 

Greg. Cyprius III, 19: Inl x(av dva^iiag rt ifi7i87n(Tteviiitvu)v. (Cod. Mosq.) IV, 55: 
ini tcov dva^icag %v ßaata^6v%uiv. Mac. VI, 34: tnl tiav htgoig xaxoTiad-ovTutv xai tvipQodv- 
vr^v naQf-xdvfiüv. 

Apost. XII, 75: inl rdor Trag d^Cav ti nQatTovTtor. Ebenso Suidas, welcher das 

Sprichwort zweimal anführt, zuerst ähnlich, wie Diogenian, dann mit dem Zusätze: tone ydg 

■i^Xißovtai fiäXXov, td Tigdg rrjy ;f^8f'aj' dy6f.i8ra ßaard^oyteg. Ji^fnov snl %ov (jlvXov yevbd- 

B-a^ (fr](Siv, ovi avs^arovaiv avtdv %6jt. Im ersteren Sinne findet sich das Sprichwort Ar ist. 

ßanae 159: yrj %6v JC tyio yovv ovog dycov iivcxr^QLa. Vgl. auch Eustath. zu Ho m. II. 

i 252. 

19. ^Ovog «*<; 'Ad-rjyceg. 

Macar. VI, 31: ini xmv dnatSsvtcov xai nXri(fia^6vv(av ao^olg. 
App. provv. IV, 22. 

20. ^Ovoi; sis a/vQa. 

Diog. VI, 91: ^vQog ejg dxoyriv' nqog Tovg wv ßovXovxat %vyxdvovtag' 'Ofioia 
fjl, "Ovog big axvga. 

Aehnlich nvg ngdg SaXov. 

Gregor. Cypr. III, 24, (cod. Mosq.) IV, 61. Apostolius XII, 78 in üebereiu- 
stimmung mit Suidas: ini ttav nag' iXniSag eig dyaS^d ifintntovroov xai tovtoig dnoXavffw 
xwg x^wjtA8>a)>'. . 

Scholl, ad Ar ist. Vespp. 1350: orog eig dxvgonag dntSga. 

Erasm. II, 5, 58: — — In fragmentis Dcipnosophistarum citatur hie senarius ex 
Philemonis comoediis: 

"Ovog ßaSi^BiQ tig axt^ga igayr^fidttav' xxX. 
Man. p. 615. 

21. "Opos ovQjtiara /tiaXXoy celQf.iTcct tj /Qva^or, 

, Arist., eth. Xicom. 10, 5, führt das Sprichwort an; cf. Erasm. IV, 8, 38. 
Mannt, p. 1187. , , ,.\ =.,,.„, .vi, ., ,. 



22. ^Ovos 8 ig Kv^aCav. 

Apost. XII, 84: ini ttuv nagaSo^oyy xai anaviiav. 

Apost. XVI, 19a: Tavta Kv fnaCotg, ifioi Sa ovog eXtj: ini %<Zv fietd SFOvg 
«vd^va dköiOTüiv' <paal ydg tovg Kvfiaiovg tog •iyrigCov diSikvai xov uvov' ovriXdtr^v ovv tfvydvxa 
ovov xai (fxLgvcovta naCbiv xai Xtyeiv ro ngoxbifievov. 

Suidas: ^'Ovog sig Kvfiaiovg: ini rwr nagaSd'^cov xai anavitav' Slotl nagd Kv- 

fiaCoig iSoxSi g)oßegdg elvat o ovog. Kai xaxd xovxoval xovg xaigovg ndvxeg ^cfav Kvfiatot, 

aeiafiov xai x^^d^rig ^oßegcixegov sivav xdv ovov ^yov^evoi. "Oxt xo in' ovov ^tgtad^aC xiva 
yv/nvov XMV dxifxiöjv tj ixEylGxr] Ilagd^vaCotg vtvoiiLaxai. 

Erasm. I, 7, 12. Man. p. 289. Das Sprichwort findet sich Lucian. Pisc. 32 

(600), Aesop. fab. 333b. (ed. Halm). Von Erasmus wird es (III, 5, 98) unrichtig zu 

Aristoph. Ranae 45 in Beziehung gebracht, lieber ,'Ovoßdxig nagd Kvfiaioig'' cf. Plut. 

Quaest. graec. ß. 

23. ^'Opos sig juagrup oyxärai. 

Apost. XII, 87d: ini xwv iyxaCgia noiovvxoav' cf. Schol. zu Arist. Plut. v. 179, 
Com. Graec. II, 2, 793 Mein.: ovog fiev oyxaS- o MeXtxevg ^XaviSrig. 

Philonides von Melite, ein reicher, aber dummer und sittenloser Mensch, hatte die 
Hetäre Nais in einer Weise missbraucht, dass die Verwandten derselben ihm einen Process an- 
hängten, für den der berühmte Lysias die Anklagerede schrieb. 

24. ^Üpog tp fjLsXCoaaig, 

Diogen. VII, 32: ini xwv iv xaxoTg negmeaovxtov. Ebenso Greg. Cypr. III, 28, 
id. (Cod. Mosq.) IV, 65. Apost. XH, 80. 

Suidas sagt, dass das Sprichwort von Crates in den ,^T6Xfiai^^ gebraucht wurde, und 
bringt dasselbe zu ovog iv fjhvgco in Beziehung. Sollte vielleicht das fitXicfcfa in der bei Späte- 
ren gebräuchlichen Bedeutung , Junge, jungfräuliche, keusche, reine Seele" zu verstehen sein, das 
Sprichwort also bedeuten: Was thut der sinnliche, geile Esel unter den Reinen? 

Erasm. I, 5, 42. Man. p. 213. "> 

25. ^üpog ip jLivQoig. 

App. provv. IV, 23: ini xm* dva^mg iv xgv(palg diayovxoav. 
Suidas: ovog iv fivg(p. Erasm. I, 5, 43. Man. p. 213. 

26. *'Opog ip TTtS-i^xoiS' 

App. provv. IV, 24: ini xiäv aiaxgöov iv aiaxgolg. 
Mant. provv. II, 38. 



28 



29 



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Das Sprichwort wurde vom Eomödienschreiber Menander in einem Stücke „Plocius" 
betitelt, gebraucht, cf. Gell. noct. Att. II, 23, wo die Stelle citirt ist*). Er asm. I, 5, 41. 
Man. p. 212. 

27» "Ovog 17171 ov /LHjtiovjusvos* 

Mac. VI, 32: Ini t<av dfia^wg tiva ^r^XomTcov. Das Sprichwort ist aus der äsopi- 
schen Fabel vom Maulesel, der seine Eselsabstammung vergass, entstanden, cf. Aes. fabb. ed. 
Halm 157 (F. b3. C. 140. B. 62). 

28. "Opog Xvgag. 

Nach Suidas im 9iog)oStrig des Menander vorkommend. Eustath. ad Hom. II. 
l 865, 29: ovt(0 xai 6 i>aXda(tiog ßovg, .... ngog ov nai^tav %iq xatd KXtcovog xix>aQO}Sov, 
og enexalelTo ßovg, fiTiev, ovog Xiqng tXiyBto, vir de ßovg Xvgag. Athen. Deipnos. 8. 

Lucian.de Merc. cond. 25: tC ydg xoivov ffaai Xvqa xai ov(^. Vgl. auch Eustath. ad 
Hom. Odyss. ^ 373: ovoi ctTKortQUi xdd^vtai t^s Xvgag. 

Von dem Stumpfsinn der Esel in musikalischer Beziehung spricht Ael. d. nat. an. X, 28: 
AkyovöL Se ov Tlvi^ayogHov, (ag Xoyog, vTiig tov ovov xai exetva- fiovov rovvov tiZv ^(awv 
firi yeyovivai xatd dgfioviav, ravtn xoi xai jigog %6v rixov tov xr^g Xvgag sivat xco^oxatov. 

Gell ins, noctt. Att. III, 16, führt an, dass das Sprichwort von M. Varro in einer 
„das Testament" betitelten Satire gebraucht sei, und citirt die Stelle**). 

Hieronymus gebraucht dasselbe gleichfalls und zwar ad Marcel lam ep. XXVII (ed. 

Domin. Vallarsiu^, Veronae 1734, p. 132): asino quippe lyra superflue canit sqq., und 

ad Vigilantium ep. LXI (p. 348): Verum est illud apud Graecos proverbium ov(p Xvga. 

Von den Variationen des Sprichwortes sind zu erwähnen: 

"Ovog Xvgag dxovcov. 
Di gen. VII, 33: enl nov aTiatStvtcov. 
Greg. Cypr. III, 29 (Cod. Mös.q. IV, 66) tTil tcov d^vvtt(Ol^. 



*) Die Pferde wurden auf den Gestüten auch im Alterthum , um Verwechslungen auf den Weiden 
vorzubeugen und später die Abstammung erweisen zu können , mit Brandzeichen versehen. Als solche 
Brandzeichen kommen häufiger Thierbilder, als Buchstaben, vor; so Affenköpfe (cf. Magerstedt III, 
p. 114, wozu Luc. pisc. 47 zu vergleichen ist) und Wölflinge (Ael. XIV, 24). Bucephalus hat nach 
Plin. Vin, 42 (64) seinen Namen von einem aufgebrannten Ochsenkopfe, dem thessalischen Brandzeichen, 
erhalten, üeber die TLonnuiiai und aufAtpögaiy d. h. die mit einem x oder mit einem an gezeichneten 
Pferde cf. Ar ist. Nubes v. 23 und die Scholl, dazu. Sollte das Sprichwort also nicht auch bedeuten 
können: Was soll der Esel unter den Pferden? 
♦♦) cf. Seite 6. 



Ovog Xvgag äxovcov xivel td wxa. 

Apost. XII, 82: inl xmv djiaidevvMv' »] ml riav (fvyxatad^e/xevoiv /ii^de STiaivovvKav. 
Lucian. adv. indoct. 4: dXX' ovog Xvgag axavetg xivcov td Jra. 

"Ovog Xvgag dxovoav xai (fdXmyyog vg. 
Mac. VI, 38: enl twv dvaiad-'qxuiv xai dfiovaoov Apost. XII, 91a. 

Aus letzterer Form scheint verstümmelt zu sein: 

"Ovog dxgoatav ddXniyyog. 
Apost. XII, 83. Suidas citirt die Ta^iagxoi des Eupolis. 

Eine weitere Umbildung erfuhr das Sprichwort dadurch, dass man den Esel aus einem 
stumpfsinnigen Zuhörer zum schlechten Musikanten machte: 

"Ovog Xvgi^iüv. . 

Macar. VI, 39: s/il cmv d^ovctov. 

So sagt Lucian. dial. mer. XIV, 4. ... xai fidXurxa onoxav dö^ . . , xai dßgog 
eivat O'tX'jß, ovog avxoXvgC^tav, (paaCv. 

Lucian. Pseudol. 7: — — xovxo Jrj x6 xov Xoyov, ovov xii^agC^uv neigtaftevov 
ogwv xxX. 

cf. Erasm. I, 4, 35. Mannt, p. 170. 

29, "Opog XsoPTtjy tp^Qwv, 

Aesop. Fab. 336 (ed. Halm). 
Auch in folgender Form: 

^Ytto rg Xbovx^ ndXiv ovog dyxriaexai. 
Apost. XI, 89a: sTtl xu)y fxeydXa eTrayyeXXojutvtüv xai x(p XQ0V(p i^eXeyxofisvcov. 
Aehnlich: Mvg yaXrjv sXsy^ei xrjv xmg vvfi^rjv und (pMVtjffag o xoga^ Trovijo'erat. 
Lucian. Pisc. 32 (600). 

30. Oyog tieivcop ov ^qovt (^si gonaXov, 

Apost. XII, 75a: enl tcov Sid rrjv yaaxsga xai nXijydg xai vßgFig V7i0fif-v6vt(av* 
snsl xai ovog tvsu'mv Sv(rx6Xa)g dTraXXdxzerrti. rr^g cfogßrjg y.al Xiav xvTixofievog. jigdg tovxo 
dnoßXbXpag 6 ^*}siog '^ Of^iTjgog xai xrjiSe xil^v x^Q^^^^^^^p nagaßoXriv knoir^claxo. 

*fic «f'oV'oroc nag^ dgovgav xxX. (H. X 558 sqq.) cf. Ar ist. Eth. ad Nicom. III, 
11: £716* ovvo) ye xai ot ovol dpögFioi eisv nuvfZvteg' tvnxofievoi ydg ovx d^üfxayrak tilg 
vofirjg. 

Erasm. II, 7, 48. Mannt, p. 675. 



30 



31 









31. "Opog ngöa ctvXov, 

Von Suidas angeführt, scheint aber eine neuere Nachbildung von ovog Xvqaq zu sein, 
cf. Bernhardy's Note zu dieser Stelle des Suidas. 
Erasm. IV, 1, 47. Manut. p. 1024. 

32. "Oyog arvnce^, 

Suidas: to ütvTva^ (richtiger aximna^) , ort arvTVioncoXrig. 

Nach den Scholl, zu Ar. Equ. 129 scheint dies weniger Sprichwort, als vielmehr ein 
gegen den athen. Feldherrn Eukrates aus dem GauMelite, einen der ochlokratischen Staats- 
künstler nach dem Tode des Perikles, gerichtetes Schimpfwort zu sein. 

33. "Opog rd MeXircelce. 

App. provv. IV, 25: ngog tovg xatd ^iiXov furiSev fiev ofiioiov noiovvtag, nagano- 
Xavovxag Ss fiaXXm' xaxwv. ^aal yaq ovov iSovta xtmöiov ngognal^ov rw SeanoTH, eS^e- 
Xfltfai fiifiriüaff^ai , enagavta de td (fxeXtj TivSagi^etv , (tvvtgiifiai xd oixi]TriQia öxtvri, nXrofdg 
6e Sid tovxo Xaßslv noXXdg. 

Das Sprichwort verdankt seinen Ursprung einer äsopischen Fabel (331 ed. Halm). 

Ueber die Malteser Schoosshündchen cf. Suidas s. v. MeXivaTov xvvCStov und Arte- 
midor. II. c. 11. 

34. "Ovog vsTcci, 

Apost. XII, 85: eni ttov ji*ij inuftQe(pofiev(av. 

Suidas fügt ein Citat aus den „'AfiaCoveg'' des Kephisodorus hinzu: 

^xüonteig fi*' eyw Se tolg Xoyoig ovog vofxai,. 
Femer eines aus den „JganettSeg^^ des Kratinus: 

Ol de nvnndlovai nBgixgkxoiteg, 6 S' ovog vsxul 
Erasm. III, 2, 59. Man. 827. 

35. Parisios stolidum si quis transmittit asellum, 
Si fuit hie asinus, non ibi fiet equus. 
(Neueren Ursprungs). 

Binder, n. 2477. 

36. Sit asinus, quemcunque asinum fors aspera fecit. 

(Gleichfalls neu). 
Binder, n. 3169. 



' 37. jin^ ovov xaraiisawv, 

Zenob. 11, 57: i^ nagoi^Ca tixaxxai stiI x(av flei^ovoyv xal dSwarayV a'g 'Agiffvo- 
<pdvrig' 'A^^o xvfißov TTScfiov (Vespp. 1367). Kai EvTToXig, "Si(fneg and x^omg (Conj. Schnei- 
dewin's) necMv, 

Apost. III, 54: OTTO x(av inmx^ emxsvgovvxcov , fjLi] Svva^irwv Se /wi^Je ovoig 
XQri^^ar 'Agiaxo^dvrig h NecpeXatg (1273): Ti Sr^xa Xr^gelg, ScfTvtg an' ovov xaxaneamv; O 
Sa nXdxwV 'An' ovov xaxaneatov, h xolg Nofiotg (III, 701. C). Kai ^r^ xai^dneg dxaXivfü' 
xov axofia ßCa und xov Xoyov (pegofievov. 

Suidas gerade wie Apost. III, 54 bis zum platonischen Citate. Von hier an heisst 
es richtiger: Q Se (päuaoifog JlXdxwv, tag ovx and xov ^wov x'qv nagotfiCav Xeyeaii^at,, dXX' 
and xov vov, ovTcog' Kai fir] xai^dneg dxdXtvov xexvrifievov xd (fxdfia, ßia {md xov Xdyov 
^egofievov, xaxd xrjv nagotfimv and xtvog vov xaxanedelv. 

Plato also weicht in Bezug auf Ursprung und Deutung ab*). Eine Analogie zu dnd 
vov xaxaneaelv bietet das lateinische mente labi, z. B. Sueton. Octav. 48, und Cels. 
5, 26, 13. 

Erasm. I, 7, 31. Man. p. 298. 

38. Ao BXytOT SQog ovov. 

Apost. IV, lld. 

Lucian. Pisc. 34 (603): ol Se xai athd Ini ßiai^m StSdcxovct xai xovg nXovaCovg 
%e^naai xai ngdg xd dgyvgiov xex^ivaaiv , dgyiXioxegoi fiev x(av xvviSmv dvxeg, SttXdxegoi 
Sa x(ov Xaywiov, xoXaxevxixcoxegot Se xcav nt^ijxiov, dtreXyeaxegoi Se xtav dv(ov, dgnaxxi- 
xwxegot, Se xtSv yaXwv g)iXoveLxdxegoi Se xwv dXexxgvdvm'. 

39. Asini sepultura. 

Grynaeus, p. 742: de iis, qui memoria hominum indigni sunt: aut quia ignavi nihil 
laude dignum gesserunt, aut potius pessima quaeque perpetraverunt. 

Der Ursprung dieser von den Neuern öfters angeführten, bei den Griechen und Römern 
aber nicht nachweisbaren Sprichwortes ist bei den Hebräern zu suchen. Je rem. 22, 19. „Er 
soll wie ein Esel begraben werden, zerfleischt und hinausgeworfen vor die Thore Jerusalem's". 
Der Morgenländer bezeichnet überhaupt das Eselsbegräbniss als das schlechteste und entehrendste. 
Vgl. Magers tedt, III. p. 145. 



♦) An der fraglichen Stelle in Pia t. leg g. haben zwar die meisten Ausgaben die Lesart «>' Syov; 
die Lesart ano vov dagegen hat, abgesehen von anderen Handschriften, die Autorität des ältesten Co- 
dex für sich. cf. Bemerk. Bernhardy's zu Suidas s. v. dn' ovov xtaan. 



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32 

40. Auriculas asini assuere. 

Neueren Ursprungs. Mit der Bezeichnung „ex Mss. Majeri" in Binder's thes. adagg. 
p. 32. n. 293. 

41. Elg ovov (iüTce ^Seiv» 

Dion. Chrysost. or. XXXII (ad Alexandriuos) in fin: 

tovtl aga, ftpn], t" ft? ovov uita aSevv, 

Dio erzählt dort auch deö Ursprung des Sprichwortes: Einem ägyptischen Musiker er- 
schien einst sein Genius und weissagte ihm, er werde in die Ohren eines Esels singen. Der 
Musiker gah nichts auf den Traum. Kurz darauf kam der Syrerkönig nach Memphis und liess 
den Virtuosen, dessen Kunst er sehr hatte rühmen hören, vor sich kommen. Der Musiker gab 
sich alle Mühe, seinen Ruf zu rechtfertigen, erhielt aber bald von dem unmusikalischen Könige 
in beleidigender Weise den Befehl, zu schweigen. Da soll er sich jenes Traumes erinnert und 
jene Worte gesagt haben. Als diese dem Könige verdolmetscht waren, liess er den Musiker 
fesseln und auspeitschen. 

Grynaeus, p. 334. 

42. *Eni ovov novriQag (sie) oxovfisvog, 

Suidas s. v. novriQog. 

Er asm. IV, 7, 8: Quibus res sunt parum secundae, mala asella vehi dicuntur sqq. 

Mannt, p. 1154. 

43. Mtdag ovov wra. 

Diog. VI, 73: ort (otaxovfftag elxev. Ol de x^^Qtov avtov (paai.v ovt(ü xakeUf^ai, 

vn* avtov Xri^^ev, dvdXcotov. 

Diog. III, 29 (Cod. Vind.): MCSag ovov wra £X"- ^^^ » Mtte ioTaxov(ftdg e'^e 
nolXovg, (og fin^ev avtov Xav^dveiv. EvavÖQog St (pQvywg x^Q^ov ovov iata xaXovfievov Xe- 

ysi vno MCöov Aijy^^vat. { 

Apost. XI, 65 stimmt mit Diogen. VI, 73 überein. 

Suidas s. v. MCSag erwähnt zuerst die beiden Deutungen in ziemlich gleicher Weise 
und fährt dann fort; ot St (paaii; oti xpe^ag note tov Jiovvdov o MiSag fitteßXi^^ri eig ovov' 
rl Ott ovovg tov Jiovvaov naquav ^SCxriaBv, o Se ogyLai^eig (ota ovov hf^iv avt<} neqir^ipeV 
fi Ott. (Uta fieydXa elxe' Xtyetai ovv ?J nagoifiia enl tm> [iriSev Xavd^avovtav. 

Pers. sat. I, 121: Auriculas asini Mida rex habet. 

Der Scholiast bemerkt zu diesem Verse, dass diese ursprüngliche Lesart von dem Dich- 
ter aus Furcht vor dem Kaiser in Auriculas asini quis non habet umgeändert worden sei. 

Grynaeus, p. 399. 



1. 1/ 



33 

44. *Ovov yva&og. 

Diogen. VI, 100: eig noXvipdyov. Ebenso Greg. Cypr. III, 20. 

Greg. Cypr. (Cod. Mosq.) IV, 56. Apost. XII, 91. 

Mac. VI, 33: enl tov dSri^dyov. 

He sy Chi US s. v. ovov yvdO^og führt es als bei Eupolis vorkommend an. 

Erasra. III, 3, 40. Mannt, p. 847. 

45. ^Ovov S-avdrovg, 

Apost. XII, 86: em tijov dXXoxota Si,r^yovfitv(ov. 

Ebenso Suidas. Vergl. auch Apulej. Met. VI, p. 197 sqq. 

Erasm. III, 2, 58. Manut. p. 827. 

46. ''Ovov XE(faX^v juri jiXvveiv vlzQcp. 
Apost. XII, 79: tm Tm> ävagfiotfra noiovvtiüv. 

Erasm. III, 39: Ne multum suraptus operaeve in rem vilem ac sordidam impendas. 
Ist wohl auch neueren Ursprunges. 
Manut. p. 846. 

47. ^Ovov ovQa rtjXlav od noiet. 

Apost. XII, 90: eiti twv dviocpeXiav. 

Erasm. IV, 2, 56: Cribrum e pilis equinis fieri consuevit, non e villis asininae cau- 
dae. Suspicor hoc ex hujus aetatis faece suroptum ab Apostolio. 

48. ''Ovov na^axvxjjswg, 

Zenob. V, 39: iieiivrirai tavtr^g MevavSgog h 'legeCa. Atyovdt Je, ort xeqaiievg 
rtg hQecpe noXXdg 0QVLi>ag h r^ egyaöTrigCi^' övog Se naQmv, dxoXov&ovvtog dfieXüig tov 
ovrikdzov, Tvaqaxvipag Sid trig ^VQiSog dveaoßride tag ogvii^ag, (at S^ dvajitaaai) xd h t^ 
eqyadtyCia avvetqixpav axeirri. O toCvvv xvgvog tov egyaotrigCov im xqCölv ^ye tov ov^Xd- 
tjjv. 'Eqiatui^evog Se exetvog vno twv aTtavtcüvtcov, tivog xQivotto, eXeye, UaQaxvipeiag 
ovov. 'Em t(ov xatayeXdatcog ovv (ivxo(pavtovfitv(ov eXg^tai »J Ttagocfiia. 

Mac. VI, 36: em tcov ^idriiv övxo<pavtov(xev(av. 

Apost. XII, 87: ovov TTagaxvipavrog OQVi^eg ntorid^eTüat tatov dveggrj^av' 6 Se 
SeüTTOtrig tov tatov tw tov ovov Seanotrj evexdXeaev. 

Suidas hat sowohl dieErklärung desZeuobius, als die des Apostolius. Bei erste- 
rer hat er nach xega^evg ti^ noch den Zusatz, ol Se xoqojiXdi^og , nach .^vgCSog die Lesart dvi- 



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iQSipe 1«; ogni/a^ xai td ti vtp igyaairiQiw (rvvetQiipe axBvr]. Nach dieser Lesart ist also 
nicht an wirkliche Vögel, sondern an aus Thon nachgebildete zu denken. 

Lucian. Luc. 45 und Apulejus am Ende des 9. Buches der Metamorphosen er- 
zählen den Ursprung des Spricliwortes ganz anders. Nach ihnen gab die Neugierde des von 
seinem Herrn vor den nachspärenden Soldaten im oberen Stockwerke eines Hauses verborgenen 
Esels, der, indem er durch ein Fenster den Kopf herausstreckte, sich und seinen Herrn verrieth, 
zum Sprichworte Anlass. 

Erasm. I, 2, 64. Mannt, p. 146. 

49. "Oi^ov nkfiyiüv a^iOi;. 

Apost. Xn, 78a. 

Cic. or. in Pison. 30, 73: quid nunc te, asine, literas doceam? Non opus est ver- 
his, sed fustibus. 

50. ^Opov jioxova '^fjThii;. 

Zenob. V, 38: tm ctov dvvnoatava ^r^tovvTon: llagodov trjv ovov ovtt Tit^at 
Tlg-dvvaxai ovtb xtlgai. Atytim ök xai"Orov xtigsig, tm tiZv dviqvvxoLg kmxHQovvTwv. 

Neben diesen beiden Formen des Sprichworts existirt aber noch eine ziemliche Anzahl 
von Variationen desselben. 

"OVOV 710X01. 

Diogen. 6, 9H: tnl t(ov dl'r^vvT(i}l' xat «VtAwr. OvSt ydo xtigstai ovog. 
Macar. VI, 35: im twv dxQii](TT(or. 

cf. Eustath. ad Hom. 11. t. 137 sqq.: c6 fitvrni noxovg ovov alXov tgonov dSv- 
vaiov bßti (sc. ^vobli) did to [ir] klvai rctxeaO^ai roV 6voi>. xxX. 

^Ovov noxai. 

Apost. XII, 89: km twv dvipntcüv xai fii^ oviiov Ätyktat. 

Suidas: tTrl xatv dvr^r'vrcov xai ßi] ovroov Xkyktai ij nagoipia vno rtov Artixwv. 
wgneg al loutiim, IIXivi>ov nXvvkiv, Adxdv xiXXkiv, Xvcgav noixiXXuv, Big xoTtgov ^vfimp. 
'AgCaxugxog 8t Sid xo Kgaxlvov vnoiyiad^m iv aSov xivd ö';fOfcH'or /iXtxouxa, opov St xo TtXe- 
xofjbsvov djitaiXovxa^ oiov dnoxbigovxa*}' nag' oaov ovv xd iv ndov dvrivvxd tlai (sie), xovxo 
snXdff^. 



I 



*) Unter den von Pausanias ^^X, 29) beschriebenen Gemälden des Polygnotus an der Lesche zu 
Delphi befindet sich auch eines, welches einen ein Seil drehenden Mann, einer beistehenden Inschrift nach 



J 



J5_ 

no.a,. De,- Or n, der Unterwelt soll schon durch seii,en Namen etwL ü„m«,llch s N^ht 

'Ett' ovov ttoxoc. 
Biogen. IV, 85: .'.," „T„ ü, äSiva^a d..ßaXU,,,.r. '^.V „",.„„ ,,, „,, ,v.. .oW 

r.7r ovov noxag. 
Apost. VII, 79: ',„1 ,<J, ^Svvar.V Mi,,,, ^äg ov. iar. no.ov Xaßetv. 

Elg ovov TToxag. 
Mac. in, 56: ngog xovg dg xd dövvaxa dvaßaXXo^ivovg. 
Eig ovov TToxovg. 

Erasm. I, 4, 79 und 80. Mannt., p. 181. Grynaens, p. 338. 

51. 'O.ov xQ,(ar iXiyx^, TQaxirris 6Sov, ^„l ^(Xor sf.ov^ al 

oviKfOjiai lUttx^ivovaiv. 
Wird Apost. XII, 87a als von Menander Iierrflhrend bezeichnet. 

52. Yniq ovov axtäs- 

Zenob. VI, 28: iie,iv,,Tm ramr,? ^v r^ 'EnHQ,M,f MfvavSeog. 

ov„v,pu:^^aaro A!>n,^!,er M(yaedS,- ^.„r^Kß^Cac * .araXaßor,^, , .araUcrac „V ,,;,.„. 

M,r:a°s'::»edtM hat T" 'Z ''"■"? ^"'" ""' ^^^"°' * '"■" ■■"-« "»'«^ «" H-O '^ »•- 
"sehe FrulLh t\ "'"" ?^"''' '"" ''" «^''^'»" ^f"»" Soyre.en sein, aber eine verschweade- 

vertuder Se^l ,f "" Tf p' '""'-"'"^ ^'•''"' ^^"»''"™ '«'**^- --«•« ""-" J«- ™-r sehne 1 
d Oknos an Th wi h f ^"^«"•r •'''"™' '"'^"^ Polygnot. wie man anniLt, auf die Fntu 

d« Ih in 'L tl r n' , r- "'°'' ','" "'" '""'"^ ^' ^P"'=''*''rt ■''• ''»" '- ^«'■»»■"'en sehen, 
aer «ch m einer nntdosen Beschäftigung abarbeitet: Dieser Mann dreht den Strick des Oknos. 

5* 



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^isfiia^c^xtim, sk SixatJtriQLov ftg^A^or afig^^otegoi. Em(6v Se ravta 6 Jfi^oaMvr^g xaxt- 
ßaivBv tx rov'ßrinatog. 'A^iovrron' Se t(Zv öixaaTtöv trg Sixrig to reXog fia^tlv, einsv dva- 
ßdg ndXiv inl tov ßri^iatog . " Ynsg fiev ovov axiäg cIxovhv, w dvÖQ^g, tiii^vfitlTb.tvi^Q(67tov 
6i xii'öinevovtog vneg xpvxn? ovde tilg (fwvilg drtxB(r&e. 

"AXXoi de Xtyovdiv, ort "A^vrii^ev tig JsXcpovg tov ovov tfiiai>(tiGato. "Oi^ev, (faal, 
xa\ aiVoc 6 Jr^aoai^bvrig ttsq! r?]g tv JsX^olg dxmg (f^jal, xal 6 mdtm> Ss, xai aXXoi noXXoL 
Kai 'JgX'Tinw de xwfKfSia ytyovev^^Ovov axid. Tdvretai de em t^v negi ^nqdevog xQn^C- 

fiov g:iXoTif^iovfj,ti'(t)r. 

Aehnlich berichtet Plut., vitae X oratt. p. 401: Xeyeiv öe nove x(oXv6^ievoc xmd 
'A^vaiiDV ev exxXr^aia ßgaxv ecfv^ ßovXeadat nqog avtovg elnelV tm' de (fiianriadvrwv, „iVe- 
aviW, eine „'&eQovg w>« e(uai>(^aaj:o e^ ddceog övov Meydgade ' ^eaovcrtig de trig rifitgag, 
xal (fg^odgwg (pXtyovtog tov r^Xiw exdregog avtfav eßovXexo vnodvea'Jai vno tr^v axidv' elg- 
yov de dXXiiXovg, 6 fiev, ^imiai>(oxemi toV ovov, ov riqv axidy XtywV 6 de, fiefiiüi>(o^evog tijv 
näaav ex^iv e^oimav". xal xavxa eirttov dniei. twv de 'Ai>rivai(üv emaxovxm' xai deofiev^v 
negag enU>elvai t« Xoyt^, „Elf}' vneg fih ovov axidg'' , etpri, „ßovXea^e dxoveiv, Xeyovxog de 
viteg (fnovdaioov ngayfidtüiv ov ßovXeai>e;'' 

cf. Aesop. fab. 339 und 339b (ed. Halm). 

Diogen. VII, 1: negl x^v eni evxeXeat (fiXoveixovvxwv. Die Fabel selbst, jedoch 
ohne Beziehung aufDemosthenes, erzählt Diogen. im Wesentlichen ebenso wie Zenobius. 

Diog. (Cod. Vind.) III, 43, desgleichen. 

Macar. VI, 37: "Ovov axid: eni xwv (.iridevog diioav. 

VII, 8: Tiegi ovov axidg: eni xwv en' evxeXeai fxaxof^ievm'. 

Apost. XII, 92. "Ovov üxid: eni twv firi exovxmv nXovüia xai Xafingd, xal dgxov- 
fieviov l| dvdyxrig xoTg f^iiygoTg xe xai evxeXetfiV rj eni xwv evexev evxeXeaxdxov xivog egt^ovxiov. 

Als Reiseziel gibt Apostolius wie Zenobius Megara an. 

XIV, 22 a: Uegi ovov axidg: negl xm> evdiaxgißovxwv xolg f^tridevog d^ioig. 

XVII, 69: Mit unwesentlichen Abänderungen, gerade wieZenobi|is VI, 28; ebenso Sui das. 

App. prov. IV, 26: Aehnlich wie Diog. VII, 1. 

Gebraucht findet sich das Sprichwort bei Ar ist. Vespp. 191; ebenso Daedal. fr. 
238 (Dindorf): negl xov ydg vnlv o noXefiog vvv ecfxt; negl ovov axiäg. 

BXed. negl tov fiaxeT vwv df^xa: (l>iX. negl ovov axidg. 

Femer bei Lucian.Hermot. 71 (813): — dXXd ndvteg, mg enog elnelv, negl ovov 
ffxwg (xdxoitai ol ^iXodoifovvteg. 

Demosth. de pace (infin.); ovxovv evri^eg xal xonid^ axetXiov ngog exdötovg xai>'eva 
otrroo ngoaevriveyfievovg negl t(av olxeitov xal dvayxaiotdxm' , ngdg ndvxag negl tilg ev JeX- 
^oig axidg wvl noXejivflai. 



37 

Mdvao. '';^^^".^^^^.^? '''^ ''-' -^^ -^^ - ^^^^otg axiag. ,^,oa^evr,g<,iXinnixoX,. 
Jidr,og ^,ai t,v negi ovov axidg nagoi.Car naganenoir^a^ai ,W xov ^xogog Xeyovxg 
negi .,, .. ja^oig axiag, Xeyea^ai d^ ai^xi^v Inl xolg negl x^v ,,dev6g d^J ,axJ,erol 
^ Aus^dieser, schon von der ursprünglichen Fassung abweichenden Form des Sprichwor- 
tes negi xr^g ev JeX^olg axidg noXe^eiv ging dann die weitere Verstümmelung des Sprichwortes 
Bv JeXtfoig axidg und Iv JeXffoig axidg [xdxeai>ai hervor. 

Suidas citirt ferner auch eine Stelle aus dem Kedalion des Sophocles- O xi dv 
T. yivrixai, xd ndvx' 'dvov axid' und bemerkt, dass nach den Didaskalien des Aristoteles 
em Drama (Zenobius nennt als Verfasser den Archippus) den Titel führte .."Ovov ax^'' 
^ Plato im Phaedrus p. 260 C. sagt: "Or«. olv 6 grjxogixdg dyro^v lyaHv xal xa- 

xov, Xaß.v noXiv u^aavxmg 'exovaav neii^r,, f^rj negl r^vov axidg cSg innov xov enaivov 
noiovfievog, aXXd negl xaxov wg dya^ov xxX. 

Ebenso führt Origines c. Celsum III das Sprichwort an. 

Apulejus am Ende des 9. Buches vermengt dasselbe mit dem de prospectu asini 
und nimmt scherzweise die Autorschaft für beide in Anspruch. 
Erasm. I, 3, 52. Mannt., p. 140. 



d 



53. Festinans tardo non se committit asello. 

(Neueren Ursprungs). 
Binder, thes. add. 1132. 

Apost. X, 31: Inl xarv xdvavxia noiovvxcov. 
Erasm. III, 5, 14. Mannt., p. 889. 



55. •'Oi/w TIS Usys juv&op' 6 ^e rcc i^ra ixCvsi. 

^ ^^^0^'"^^ ^2'- dg dvaia^riaiav tiv^v ^ nagoi^ia eigrixai xax*di,^6xega. Tote 

yag C<oov v^xeXeg eni xd egya xal xd Jr« ...a, o^om ngd xov xiva XaXrjaai ndvxa dx^xoev 
onegeaxi xalavxd dvaia^aCag. mg ydg dv dvvaixo tig iyvcoxevai xd f^ri XaXrj^evxa a.V« 
xav (oxa fxeyaXa ahneg dvog exjj; 



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38 



Diogenian. VII, 30: eig drma^riaiav xivciv. 

Gregor. Cypr. III, 30: "'Oi(a rig sXeys f.iv&ni', 6 Sf^ ta oota tniautv. Ebenso IV, 
67 (Cod. Mo sq.) mit dem Zusätze: trtl X(Zv ävoiqrMv. 

Apost. XII, 81 führt das Sprichwort in der Fassung des Zeuobius an mit der 
gleichen Erklärung: dg dvaifrih](iiar tivcov. 

Suidas s. v. "Ovog tu tata xtvdoi bringt, gleichfalls dem Zenobius folgend, mit un- 
wesentlichen Varianten die ganze Erklärung desselben. 

Das Sprichwort findet sich angewendet Galen, negl (pvdixwv Svvdfi. III, 10, p. 102. 
(T. n. ed. Kuehn.): ftfi- S' dv oXiyot navidnaan' ovtoi' tolg S' dXXoig ovto) yevridSGd^ai xo 
YQafifia TiegitTov, cog ei xai fivi)^ov ovo} tig XiyH. 

Ferner Galen, n^qi Sva^poQdg atpvyfiün' II, 3, p. 573. T. VIII: tnl xovxoig 6 fiev 
ytQ(av (aCTibQ ovog ^CHbv r^ör^ xd coxa. 

Ferner Lucian. adv. indoctos §.4: xcav de dvaytyvuxfxofxtvoav olad^a ovSev, aAA' ovog 
XvQag dxovHg xivcov xd una. 

"Wie in dieser Lucianischen Stelle das Sprichwort mit dem früher angeführten ovog 
Xvqag vermengt erscheint, so verschmilzt es Horatius epp. II, 1, 199 sqq.: 

Scriptores autem narrfire putaret asello 

Fabellam surdo sqq. 
mit dem Sprichworte: Surdo canis oder Surdo fabulam uarras. In Bezug auf letzteres 
sind zu vergleichen: Verg. Buc. eclog. 10, 8. L i v. XL, 8. Ter. Heaut. II, 1, 10. 
Prop. V (IV), 8, 47. Ovid. Am. III, 7, 61. 

Erasm. IV, 7, 36. Man., p. 1160. 

56. "Opco j^OQtov xcel Qccßdov. 

Grynaeus, p. 649, schreibt das Sprichwort, das wohl im Mittelalter entstanden ist, 
dem Gregorius Palama aus Thessalonich zu. 



57. Ad asinum redire. 



Im Sinne von „auf etwas zurückkommen" von Apul. Metam. VII, p. 214 und 216 
(an letzterer Stelle „non rursus recurres ad asinum") gebraucht. 



V ^ 



39 



58. Et fiij flvvccio tiovv, SXavv' ovov. 
Zenob. III, 54: Ul ,<;„ , .„,, ,,;,„^^„ ,^„„^, ^^.^^^^^, .„,.,,„„„,„„„ 
D.og. (Cod. Vind.) II, 58: l„l ™> ,„™p„„„-„„„ ^^^ ,, ^ ' , 

te z„ lesen „,,,,,,, ;.«,«„,„,;„™„) s .a.ä W,.^,. l^ovm: 

Suidas folgt de^Ze.obius, hat aber statt .„,.,,..^,v«. die Lesart .„^.,„,W.. 

kauft e- "" ' '"■ '""" '""• ""'^ ''^"'^ '^»•' - ''-f- -d - "ähren vermag 

kauft einen genügsamen Arbeitsesel, nam fVano r r I oni f -,• •""■<>» vermag, 

Erasm. I[, 8, 4. Mannt., p. 694. 

59. 'E^yop Spo,' änoTQ(i^,at xvwutvop. 
Mac. IV, 14: ',„1 ,<5,, „-^^y,,,, ^„,,j^ ^„„^„^,-,,<,„ ^ -^ r^^ ^^^„.^^,,^ 

Aehnlich dem schon arnrpfnlirfo» " ^ , 

an.eluhrten ovog rtuvu^v ov y^goru^H goTzdXov. (K 30). 

60. E verbis fatuos, ex aure tenemus asellum. 

(Neueren Ursprungs). 
Binder, thes. add. 916. 



61. O Avdoi; TY^v ovov iXavpsi. 



stimmend.^""' '''' '^'' "^ ^"'"' '"" "'■"" '^^'" ' ™ ^^''""™ ""' »acar. überein- 
von Herott,t ^IrZ^'^'''' '' ''' "'^"""^"^^'^ ^»'^ ^^^^ ^'^ ^'« ^^^^ 

t 

62. Opop OQPiy, 
»■o<r<o„ «m<rr,;wiar xal dvtarr,. hei a^.-Hg- ' ^ " 



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^Oqviv t8 vofii^STS Trdr^' otfansQ negi fiavveütg dvaxqivH' 
ndvra yäg otmvovg exdXovv, xal td firj oQvsa. 

Das letztere Citat findet sich bei Arist. av. 720 sqq. und heisst vollständig: 
SP^V**? y' vfiTv OQvig satCv, TtxaQfiov t' ogvid^a xaXelte, 

^VflßoXov OQVIP, (pUiVr^V OQVIV, ^BQdjlOVx' OQVIV, OVOV OQVIV. 

Den Griechen galt es für ominös, einem Esel zu begegnen. Cf. Chrysostom. zu 
Paul. Eph. 4. Hom. 12 sqq.: xäv ovog dvaxQd^rj xdv dXexTQvoav xdv mdgri tig xdv ötiovv 
ffvf^ß^i xa&djtSQ fiVQioig SsSsfisvot decffioTg ndvta vjroTitevovaiv. 

Erasm. III, 7, 24. Mannt., p. 954. 

63. 'O 2^xvS-tjg rov ovov. 

Zenob. V, 59: ln\ xm> xqvcpa tivog ig^ientvcov, (pavtqwg Se aTiw&ovuEvoov xal 
SucntvovTiüV avxo st^rat r] naqoinCa. MaqtVQBl Se xal nivöaqog Xtymv' 

''AvÖQsg Ttveg dxxi^ofievot 2xv&ai 
vBxQov Xnnov aTvytoidiv Xoyat xrdinevov sv (pdeC 
xQV(pa Se (SxoXtovg yevvaiv avSegoiaiv noSag r^Se xetpaXdg. 

Diese pindarischen Verse finden sich unter den Fragmenten bei Bergk (Poätae lyr., 
3. Auflage, p. 355) 186 [217]. 

App. prov. IV, 74: enl t(ov X6y(p fitv dxxi^ofjtevcav, eqym Se e(pi,Sfjttv(ov. "iSwv ydg 
%ig vexqov OVOV, e^ [ngog 2xv^riv Ttagovra], Jelnvov tot, aJ 2xvi>a. 'O Se eßSeXv^axo 
jtQwxov' avd-ig Se 7ToXvTtQayi.iovri<yag negl avvov enovelto. 

Suidas stimmt mit Ausnahme der Variante e^wfd^ato für eßSeXv^ato vollkommen da- 
mit überein, hat aber auch noch ein in gleicher Weise erklärtes Sprichwort: 'O ^xv^g tov 
Xnnov. 

Erasm. n, 2, 100. Mannt, p. 523. ( 

64. Qui asinum non potest, Stratum caedit. 
Petron. sat. 45, 8. 

65. Tov ^vovta d' ccvti^vbiv, 

Di gen. VIII, 48: enl twv Sid xdgtv ;ca^fcTa? rroiorvtiov. 

Greg. Cypr. III, 78: aW fiexacpogag xöäv ov(ov' dXXriXovg ydg dvnxvij&ovaiv. lEnl 



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\ / 



41 

«VAovW ," <?vr./?WroWv aXX^Xov;. Hiemit stimmen Apost.XVII. 20 nnd mit «nwesent- 
hohen Varianten Suidas überein. «nwesent- 



66. Conditus in palea a stupido comedetur asello. 

(Neueren Ursprungs). 
Binder, thes. add. 542. 

67. Mulum de asino pingere. 

Tertullianus advers. Valentinianos c. 19. 



68. Asini clamant ex crumena. 
Plaut. Asinaria III, 2, 44. 

69. Summa rüdes asini rerum fastigia scandunt. 
(Binder, th. add. 3239). Modernes Gegenstück zu dem classischen: 

Magnos posse viros vervecum in patria nasci. 
(Juv. X, 50). 

70. Sunt asini multi solum bino pede fulti. 

(Neueren Ursprungs). 
Binder, th. add. 3247. 



71. ^71 opwv i(p Tnnovg. 

Diogenian. (Cod. Y.) I, 55: i„l .„> i.A ^.,.> „,„-, /.«t-» X<o,ovr..r. 
Macar.us II, 19: i„l ,„-, «>, ,^ ^,,j„ ^era„^£/,sV<». 
Den Gegensatz zu diesem Sprichwort bildet: 

.4911' Innmv en' ovovg. 



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V. 

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V 



42 

Zenob. II, 33; trjv nagoifztav ravtrjv egovfiev sm tav dno ttav (fefivtav em vä 
aasfAva fjxovTav' oiov dno ygafifiatixCäv eni ngayfiaxt^xd, rl etg aXXo u tiov dufjtotdttov. 

Diogen. I, 96: ejti twv dno aefivcav eig td daBfAva r^xovtiov, oloy dno ygafiixavM'nc 
ini iJnojifcrxMrtJv, ij dXXo xi xtav ov (fefivMV. 

Diogen. (Cod. V.) I, 56: inl tcov dno ae/Jtvwv eig düsfiva xtaqovvttov. 

Apost. IV, 53, rie Diog. I, 96. 

App. proYV. I, 38: snl tc5v dno (fsfivcov stg evteX^ iibxaßaivovtwv olov dno Ygafi- 
fAaxuerlg etg xaXxevxixriv. Cf. auch Mac. VI, 28. 

Babrius führt in der 76. Fabel beide Sprichwörter an. In dieser sagt das Pferd v. 17 
zu seinem Herrn: 

„8vta(f(fe ne^oig (favxoy" slnsv „onXixaig* 

(fv ydq fi* dg) cnncov etg ovovg fiexatfxi^cfag 

nöög avd-tg innov e^ ovov fie noii^cfeig ;" 

Erasm. I, 7, 29. Mannt., p. 298. 

72. And Twv ßQaSvaxeXiov ovwv innog coQovasv» 

Zenob. n, 5: enl twv dno evxeXcov enl xd fiei^co fiexam^Scovxcav. 

Diogen. I, 94: enl x(ov dno evxeXiov fiev, evSo^cov de yevofieviov exeCvmv. 

Diogen. (Cod. V.) III, 100: enl xdov dno fiixgdav etg fjiei^ü) Xf^Q^vvxoav. 

Greg. Cypr. (Cod. M.) I, 62: ohne Zusatz. 

Apost III, 57: enl xtöv l| evxeXwv enl xd fieC^ta xf^Qovvxtov. 

Suidas stimmt mit Zenobius überein. 

Erasm. 11, 8, 47. 

73. Tvolrig /' oögov ovwv xgiaaovsg fj/alovoi. 

Theognis 996. (Poetae lyr. ed. Th. Bergk, 1. Ausgabe). 



Erasm. III, 1, 55. 



I 



74. KdfitjXog ipooQiwaa noXXwv ovcov dvari&nTai ^OQrta. 

Diogen. V, 81: enl xcav ev yr^Qa (.lev ovxfav r\ SvtSxvxCaigj noXXcov Se dfieiv6v(ov 



ovxoav. 



Ebenso Mant. provv. I, 88, sowie Apost. XVIII, 56; letzterer mit dem Schlüsse 
noXXav de dfieivov exovttov, 

Erasmus sagt, dass Synesius das Sprichwort gebraucht habe. 
Erasm. I, 10, 58. Mannt., p. 389. 



V. 



\ / 



48 

75. Tüiv d' övwv ov juoi fi^Xsi, 

Apost. XVII, 43. 

Es ist dies die zweite Hälfte des von Suidas ganz angeführten Sprichwortes- 'A„. ■ 
A.O. .,-, ,^t,,, .sr S'ö... oS ,0. ,üu. Suidas setzt zur Eri^iäZ LTl j T" 

ovovs Se ,.,^»ov,.evo. ä^eXovaov airäv. Diese Erklärung scheint mir richtig^ a TT' 
Erasm. IV, 3, 43. Manutius, p. 1065. 

76. Ab asinis ad boves transscendere. 

Plaut. Aulular. II, 2, 58. 
Erasm. I, 7, 30. Mannt., p. 298. 



Auf den Halbesel oder nur mittelbar auf den Esel bezügliche 

Sprichwörter. 

77. Demissis auriculis. 

Plato de rep. X, 12: xd eJra Inl xwv Sficop exovxeg, 

Horat. serm. I, 9, 20: Demitto auriculas, ut iniquae mentis asellus. 

Erasm. IV, 7, 99. 

78. 'Hfiiovog xav&^Xtos. 

Apost. Vni, 65a: im rmv oiSevoe d^mv. 

Plat. Symp. 221. E: övovi y„> ^avl^r^Xcov, liyu ^ ^ahda, ,,,äc ^ai a^vvovöuo«, 
xtX., wozu die Scholl. 378 (Belck 1 bemerken- r.„„<i„]- i > » ^ <f*woro/to»s 

sagt anch Su.das: Äa.^^o,- ß^^i, ,„,-^„,, ^ „.^^^^ . .^^^ ^.^^^ ^^^ 

Lucian. Jup. trag. 31 fin.: ,>„-, j^ „Vo.j .arO-riXcov, ^' Jü ««i «W- 

vovs Tovs n^reiovra, avr^ ovS' Saov d.^(äo, rov vov, 'exovva,. ^'^ 

6* 



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44 



79. Muli MarianL 

Der Ursprung dieses Sprichwortes wird von Plutarch in der Lebensbeschreibung des 

Marias c. 13 in zweifacher Version erzählt. Entweder schuf dasselbe der Soldatenscherz als 

Bezeichnung für die von Mar ins in langen Märschen, im Tragen schwerer Lasten etc. vielfach 

geübten und ohne Murren den Strapazen sich unterziehenden Soldaten, oder es verdankt dem 

Umstände seine Entstehung, dass bei einer vor Numantia von Scipio angestellten Musterung 

die von Marius vorgeführten Thiere, ein Pferd und ein Maulesel, die weitaus bestgehalteneu 

waren. 

Erasm. IV, 4, 7, 9. 

80. Mutuum muli scabunt. 

Wird als Titel einer menippeischen Satire des M. Varro angegeben von Nonius 
Marcellus. Femer findet es sich bei Symmachus epist. I, 31, Auson. Idyll, praef. 12 
ad. monosyll. in fin. positos. Eine Variante des Sprichwortes liefert das Epigramm des Papi- 
nius*j in Varro de lingua lat. VII, 28: 

Kidiculum est, cum te Cascam tua dicit amica, 

Fili Potoni, sesquisenex puerum. 
Dice illam pusam; sie fiet mutua muli; 
Nam vere pusus tu, tua amica senex. 
Vergl. Tov ^vovta dvti^veiv. Nro. 65. 
Erasm. I, 7, 96 und 99. 

81. Nix^ TOP optjZdrTjr. 

Diogen. (Cod. V.) III, 37: ngog tov juij ßovX6(is.vov änoötiivaC tivog, dXX' tavtov 
TiQoitfievov eig antüleiav. 

App. IV, 8: TTQog tov (xt^ ßovXofievov dnoatrivai tov xtr^vovg, äXX' eavTov TtQo'CsfJie- 
vov elg aTTiüXeiav. Tovg ovv (psvyovtag tov üioipQovKit'^v Xoyov, 8Lci\tavtrig Xoidoqovixev Xe- 
yovteg, Nixn tov ovrjXatriv. 

Suidas: tt^o? tov firj dxovovta vovS^etovvtog, dXX' eavtov ngoisiJievov eig dTtioXsiav, 

82. Quum mula pepererit. 

'Ensav i^f-iiovoL ttxiocfi. 
Arist. de gen. an. II, 8: ro tiZv rlijiiovwv ykvog oXov dyovov stftt .... yevvä J' 6 
aQqrr^v eTTtattrig lov fiovog, wg (paaiv' dXX' ^ d-ii]Xsia dyovog oXcog xal avtri tm fiiq BxtQicpBiv 



I 



_45_ 

neribus „ata tertii generis fieri et neutri plrent;» L JLlia ™'"- ' '"'" '"''''' «*" 

non gignere in omni auimalium geuere idc rcT , '"' """ """' ™"' "* ■""» 

,^1 . gtJuere, idcirco mulas non narerp n^u r 

volgo parere .n Cappadocia tradit, sed esse id animal ibi s«i generis ~ ~ ^'->P^r.stns 

Das Sprichwort dient also zur Bezeichnung von etwas w», ,„, , ■ 
höchst unwahrscheinlich eintreten wird. So finden wies H eTodot m t T "'" "" 

Ferner erzählt Sueton vom Grosvater de 71T-^T' '""" ^"'"""" '""■""" 
quoque ejus fulgur procuranti auum ext. , '., ^''""' '- ^'' ^ita Galbae c. 4: Avo 

contulisset, responsu. t klun. d "'"'" "'"'"'' ^' '" '™^''^^'"" '»-™ 

Sane. in,uit, ,1 .ura-pepTreHt sr" ""'"'"" "^ '^""'''^- "' ""= "^"-' 
Erasm. I, 5, 83. * 

öuidas wie Apostolius. 

Mit der Lesart "Omo. stimmt die geographische Angabe bei Strabo IX , « n 
Ovmv, von welchem Strabo säet da« « ..vi, . 8 e »ei ctrabo IX, 1,8. Das 

dem Kithäron hinzieht und das tr «^ Tn dT ^""-"^^'■^" ^^'^ -" «**»«- -«» 
Pagä scheidet, heisst Jetzt Kar,dhi und i^Zgi "'"" ^"^■"'""''*" *'•="« "^ 



*) Priscian nennt den Verfasser Pomponius. 



Beleg z« Seite 7, Zelle 3 von uaten: 

"Innov elg rteSCov d.SäaKSH ren^^v. 
Apost. VIII, 11, ,„^^„^„, y^^ ,,^^^ .^ .e„,,„^a^ ,„-,„. 
Su.das: a,rl ro5, 6Wo„ j«o( tV« XvnreXk. 
Als ähnliche Sprichwörter führt Diogenian fl 651 an- ■ • " 



46 

^Inniag elg nsSCov TtQoxaXet 

Diog. (Cod. V.)> II' ^^' «^* '^^^ SQsd-itovtüov tovg nsgC ti svSoxifiovvtag xal %£v 
igt^ovtüov Ttegi ti avxoXg. 

Diog. V, 28, macht nur die Bemerkung dazu g^avegov. 

Greg.^Cypr. (Cod. L.) II, SS: Innslg ngoxaXeTct&ai eig neSiov: snl twv tovg sv 
%iai ßeXTiovg xal sni(XTrifiove(tregovg avtav eig egiv ngoxaXovfieviav. 

Apost. IX, 13: iTtneag elg neSiov ngoxaX^i oiteg eatt tovg evSoxifiovvtag eig aneg 

BvSoxinovaiv egya. 



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Beriehtigung. 

Seite 31, Zeüe 5 des Textes von unten ist dieses anstatt dieser zu lesen. 



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